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Dienstag, 13. Dezember 2011

Gedicht der Woche: Weltende

Weltende

C’est la crise:*

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei,
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Jakob van Hoddis

(Zitiert nach Walter Hinck: Stationen der deutschen Lyrik: von Luther bis in die Gegenwart: 100 Gedichte mit Interpretationen. Vandenhoeck und Ruprecht 2001, S. 131)

* Ob dieser Zusatz zum Originalgedicht gehört, konnte ich leider nicht feststellen

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