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Donnerstag, 25. Dezember 2008

Brief ans Christkind

In Nürnberg lebte eine alte Frau,
für sie war das Leben einsam und grau,
mit ihrem Einkommen war es schlecht bestellt,
mit einem Wort - sie hatte kein Geld.
Sie überlegte angestrengt hin und her,
woher denn Geld zu kriegen wär'.
Ihr kam ein Gedanke - oh, wie fein,
so schrieb sie ein Brief an das Christkindlein.

„Liebes Christkind, ich bin alt und arm,
das Geld ist wenig, ich bitte um Erbam’.
Drum schicke mir schnellstens hundert Euro,
sonst müsste ich hungern und wär nicht mehr froh.
Andere Hilfe weiß ich nicht mehr,
denn ohne Moneten ist's doch recht schwer,
aber bitte beeile Dich mit dem Geld,
sonst ist's nicht mehr schön auf dieser Welt.“

Der Brief wird frankiert, in den Kasten gesteckt,
der Postbote ihn dann morgens entdeckt,
er liest die Adresse - was soll er nur machen,
"An das Christkind" - das ist ja zum Lachen.
Er denkt sich aber, ein Spaß muss sein,
der Brief kommt ins Fach vom Finanzamt hinein.
Am nächsten Tag dort angekommen,
wird er vom Beamten in Empfang genommen.

Wenn Sie nun glauben, er schmeißt weg diesen Brief,
oh, so ist das nicht, da liegen Sie schief,
er liest die Adresse und denkt gleich daran,
wie man der alten Frau helfen kann.
Ja, glauben Sie mir, das ist kein Scherz,
es gibt beim Finanzamt mal jemand mit Herz,
ihm kommt ein Gedanke, und das ist fein,
das könnt für die Frau eine Hilfe sein.

Er fängt gleich an durch die Büros zu wandern
und sammelt recht fleißig von einem zum andern.
Doch leider war er über den Erlös nicht ganz froh,
statt hundert bekam er nur siebzig Euro.
Aber diese wurden dann verwandt
und an die arme Frau gesandt.
Diese freute sich sehr, man kann's kaum ermessen,
dass das Christkind hat sie nicht vergessen.

So schrieb sie rasch einen Dankesbrief,
in Eile sie zum Postamt lief.
Sie schrieb ans liebe Christkindlein
dieses nette Briefelein:

„Liebes Christkind, Deine Gabe erfreut mich so,
vielen Dank für die siebzig Euro.
Doch solltest Du mal wieder an mich denken,
und so gütig mir wieder was schenken,
dann möchte ich Dich nur um eines bitten,
das Geld nicht über das Finanzamt zu schicken.
denn die Lumpen haben ungelogen,
von den hundert Euro dreißig abgezogen.

Dieser Brief grassiert seit Jahren im Internet. Leider ist der Autor unbekannt.

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