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Freitag, 17. August 2012

Gedicht der Woche: Wanderers Gemüthsruhe

Wanderers Gemüthsruhe

Über’s Niederträchtige
Niemand sich beklage;
Denn es ist das Mächtige,
Was man dir auch sage.

In dem Schlechten waltet es
Sich zum Hochgewinne;
Und mit Rechtem schaltet es
Ganz nach seinem Sinne.

Wandrer! – Gegen solche Noth
Wolltest du dich sträuben?
Wirbelwind und trocknen Koth
Laß sie drehn und stäuben.

Johann Wolfgang von Goethe

(In West-östlicher Divan. Cotta'sche Buchhandlung 1820, S. 89)

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