Freitag, 21. Dezember 2012
Nein, solche Wettbewerbe poste ich hier nicht …
Vor allem der erste Preis sieht ganz verlockend aus:
1. Preis
Ein London-Wochenende im April 2013 (natürlich inklusive Flug und Hotel) für die Gewinnerin und eine Freundin
SOWIE Veröffentlichung der Gewinnergeschichte in der Printausgabe der Jolie
SOWIE Veröffentlichung der Geschichte in einem E-Book
2.-3. Preis
Veröffentlichung der Geschichten auf www.jolie.de mit einem Kurzportrait der Gewinnerinnen
SOWIE Veröffentlichung der Geschichte in einem E-Book
4.-10. Preis
Veröffentlichung der Geschichte in einem E-Book
11.-20. Preis
Jeweils ein Abo der Jolie
ABER:
"Mit der Teilnahme am Schreibwettbewerb erklärt sich der Teilnehmer einverstanden, dass seine Geschichte im Falle eines Gewinnes ohne Vergütung und mit Namensnennung in der Printausgabe der JOLIE (Platz 1) bzw. online auf den Webseiten www.jolie.de und www.sophie-kinsella.de (Platz 2-3) veröffentlicht werden darf. Die zehn bestplatzierten Geschichten werden außerdem ohne Vergütung in einem E-Book veröffentlicht."
Hat das ein großer Verlag wirklich nötig? Selbst bei Anthologien, die von kleinen Verlagen herausgegeben werden, ist es Usus, die AutorInnen am Erlös der Anthologien zu beteiligen. Zumindest gibt es ein Belegexemplar und die Möglichkeit, weitere Exemplare vergünstigt zu erwerben.
UND
Obwohl in den Teilnahmebedingung nicht angegeben, sind Männer noch nicht einmal als Begleitung erwünscht. Das finde ich selbst als Feministin nicht in in Ordnung.
Gut finde ich auch nicht, dass der "Gewinner der London-Reise sich nach Erhalt seiner Gewinnbenachrichtigung innerhalb von 14 Tagen beim Veranstalter rückmelden" muss. Wenn er das nicht macht, verliert er alle Rechte "auf den Gewinn und der bis dato Zweitplatzierte rückt nach".
Das „SOWIE“ suggeriert eine besonderes Schmankerl, aber seine Geschichten kann man auch auf anderen Plattformen wie e-stories einstellen.
http://www.sophie-kinsella.de/schreibwettbewerb.php
Samstag, 13. Juni 2009
"Ohne Pickelpflaster und Büstenhalter". Bericht über den Schreibwettbewerb „Frauen. Reisen. Anders“
Quelle: http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/
Samstag, 11. April 2009
Das Dschungelcamp für Autoren - Literaturwettbewerbe am Rande des Wahnsinns
Donnerstag, 12. Februar 2009
Link der Woche: Tagebuch eines Jurors
Knut O. E. Pankrath, Experte für Businessblogs, wird also in seinem Businessplan-Blog regelmäßig von seiner Arbeit als Juror beim Businessplan Wettbewerb Berlin-Brandenburg berichten.
Es handelt sich zwar um die Erfahrungen bei Business-Wettbewerben, aber sicher sind sie auch für andere Wettbewerbe interessant. jmw
Quelle: http://www.biz-awards.de/
Dienstag, 10. Februar 2009
Anthologieausschreibungen beim Literaturpodium
Bei Wettbewerben, die Erzählungen einschließen sind die dortigen Regelungen zu beachten. Für die Veröffentlichung von Erzählungen, Märchen, Prosa etc. sind 1,40 € je 1000 Zeichen mit Leerstellen zu berücksichtigen. Bei den Zeichen, die 35000 überschreiten, sind nur noch 1 € je 1000 Zeichen zu berücksichtigen.Abgesehen davon, dass mal wieder Wettbewerb und Suche nach Beiträgen für Anthologien verwechselt wird – was bedeutet 1,40 € je 1000 Zeichen? Ist das ein Honorar? Und warum gibt es für mehr als 35000 Zeichen nur 1 Euro je 1000 Zeichen? Oder soll man bei einem Wettbewerb für das Veröffentlichen im der Preisträgeranthologie auch noch bezahlen? (Allerdings ist mir das bei einem anderen Wettbewerb auch schon passiert, ich sollte damals auch für den Abdruck meiner Geschichte, die den 5. Platz erreicht hatte, bezahlen).
Warum nicht die Sache beim Namen nennen: "Leute – wir drucken Euch gern, aber wenn Euer Gedicht oder Eure Geschichte nicht zu den besten gehört, dann müsst Ihr für den Druck bezahlen – oder Ihr lernt aus Preisgedichten oder Preisgeschichten und aus Gedichten oder Geschichten bekannter Schriftsteller, wie man gute Texte schreibt, und versucht es bei unserer nächsten Ausschreibung nochmal. Und wenn es dann wieder nicht klappt, dann – lasst es sein." Was haben denn die PreisträgerInnen davon, wenn sie gemeinsam mit AutorInnen veröffentlicht werden, die für die Veröffentlichung bezahlt haben? Das spricht sich doch herum in der Literaturszene. Solche Veröffentlichungen haben keinen guten Ruf.
Bei der Ausschreibung für eine Anthologie zu "Haiku, Tanka, Limerick, Aphorismen & Co." wird allerdings von vornherin angegeben, dass der Autor für den Druck bezahlen muss (7 Euro bei 38 Zeilen, die zur Verfügung stehen).
Zu den Wettbewerben des Literaturpodiums gibt es Diskussionen in verschiedenen Foren. Einfach mal googeln …
Samstag, 31. Januar 2009
Journalistenpreise treiben oft seltsame Blüten (nicht nur die, jmw)
"Es gibt Bereiche hinter den Medienkulissen, in die haben Leser und Fernsehzuschauer nur selten Einblick. Zu diesen dunklen Nischen gehört das System von Journalistenpreisen, die Unternehmen und Verbände verteilen. Es dient ihrem Image, ihren guten Beziehungen zur Presse; Tausende von Industrie-gesponserten Ehrungen warten jährlich auf Preisträger. Aber geht es immer um journalistische Qualität?"
Weiter auf http://tinyurl.com/kz87u
Unter anderem können Sie dort lesen, dass die siebenfache Preisträgerin Martina Keller, unter anderem Zeit-Autorin, "sich so hartnäckig um Preise kümmert …, (dass es) nur eine Frage der Zeit, wann man einen gewinnt." Man müsse "schamlos" sein - und auch mal "ein eher mittelmäßiges Stück" einreichen. Denn oft liege es nur am Thema, an der schwachen Konkurrenz oder der Unbekanntheit eines Preises, dass man Chancen habe. Systematisch durchstöbert die Freiberuflerin Fachzeitschriften und Internetportale.
Also – nehmen auch Sie an jedem Wettbewerb teil, von dem Sie erfahren. Nicht bei jeder Ausschreibung werden über tausend Texte eingereicht (wie beim Heimat-Wettbewerb von BoD). Gerade bei Kurzgeschichten sind es manchmal noch nicht einmal hundert Texte. Aber bezahlen Sie keine Gebühren, um überhaupt an dem Wettbewerb teilnehmen zu können, auch wenn der Preis lockt. Investieren Sie das Geld besser in ein Los bei der Aktion Sorgenkind. Damit tun Sie etwas Gutes und können auch noch was gewinnen.
Preiswürdig
Wir haben uns für Texte entschieden, die durch ihre sprachliche Genauigkeit auffielen, ihre unbestechliche Formulierung, die vom ersten Wort bis zum letzten Satzzeichen markant war.Den Siegern gratuliere ich herzlich. Denn das klingt ja geradezu nobelpreisverdächtig. Ein bisschen bin ich allerdings ins Grübeln gekommen. Eine bescheidene Frage, gibt es solche Texte? Ohne Lektorat? Ohne dass ein Satz, ja Wort, ja Satzzeichen geändert werden müssen? Und was bedeutet »sprachliche Genauigkeit (= Bedeutungsgenauigkeit)?« – So langsam habe ich das Gefühl, dass der Begriff zur Phrase geworden ist. Gern benutzt, ohne genau zu wissen, was er bedeutet. – Was ist eine »unbestechliche Formulierung«, die dazu auch noch durchgehend vom sozusagen ersten Buchstaben bis zum letzten Satzzeichen »markant« ist? Gibt es bestechliche Formulierungen? Müssen in einem auszeichnungswürdigen Text jedes einzelne Wort, ja jedes einzelne Satzzeichen markant = auffallend, ausgeprägt, hervorstechend, ausdrucksvoll, einprägsam, frappant (lt. Thesaurus von MS Word) sein? Überfordert das nicht den Leser?
Und ich gratuliere natürlich auch den Ausrichtern, dass sie über zwanzig Texte bekommen haben, die perfekt sind. Bei meinen Tätigkeiten als Jurorin war das leider nicht der Fall.
Einen Glückwunsch auch den Jurorinnen und Juroren, weil sie in der glücklichen Lage sind, aus perfekten Texten die Siegertexte herauszusuchen. Aber ich beneide sie nicht bei ihrer Aufgabe. Wie will man aus Texten, die vom ersten Wort bis zum letzten Satzzeichen perfekt sind, die perfektesten Texte auswählen? – Kann man das Wort perfekt = bestmöglich, optimal, fehlerlos steigern? Formal ja, aber kann etwas optimaler als optimaler oder fehlerloser als fehlerlos sein? Kann etwas trockener als trocken sein? In dem Zusammenhang: Ich habe eine gute Seite für Synonyme gefunden:
www.wie-sagt-man-noch.de/synonyme/ und den Blog von Dr. Bopp, der Fragen zur deutschen Sprache beantwortet: www.canoo.net/blog. Sehr zu empfehlen ist auch www.korrekturen.de/forum/.
Und was ist das perfekte letzte Satzzeichen? Da gibt es nur den Punkt. Mit einem Fragezeichen enden, ist ungewöhnlich, aber vielleicht noch erlaubt, aber Ausrufezeichen haben in einem perfekten Text nichts zu suchen. Die drei Auslassungspunkte am Ende eines Satzes »…« auch nicht (obwohl ich sie gern schreibe …). Zu oft in einem Text verwendet, gelten sie als Denk- oder Schreibfaulheit des Autors. Der Autor soll sagen, was er zu sagen hat, ohne »punktuelle« Andeutungen.
Also, liebe Leserinnen und Leser, denken Sie bei Ihren nächsten Einsendungen zu Anthologien und Wettbewerben an unbestechliche, markante, sprachgenaue Formulierungen und Satzzeichen, damit aus Ihrem perfekten Text der perfekteste wird.
Haben Sie auch interessante Erfahrungen mit Wettbewerben oder Anthologieeinreichungen gemacht? Bitte schreiben Sie mir. Ich nehme sie gern in dieses Blog auf.
Aus einem Interview von Titus Müller von der Federwelt mit Dr. Martin Hielscher (Programmleiter Literatur, Verlag C. H. Beck) auf die Frage, warum Manuskripte scheitern:
Sie scheitern letztlich daran, dass sie eben nicht hundertprozentig gut sind, nicht zwingend notwendig, dass ihnen dann doch etwas fehlt, sprachlich, strukturell, von der Geschichte her, dass das, was man daran dann noch nicht so gelungen findet, schwerer wiegt als das Gelungene. Die meisten Lektoren haben eben eine recht eng begrenzte Zahl von Plätzen zur Verfügung und müssen zwangsläufig eine strenge Auswahl treffen.
Ausschreibungen für Literaturwettbewerbe: so nicht!
Abgesehen davon, dass der honorarfreie Abdruck mittlerweile Usus ist und wir AutorInnen uns daran gewöhnen mussten, für unsere Arbeit nicht entlohnt zu werden, finde ich es dreist, dass das Suchen nach Texten für eine Anthologie unter Wettbewerb firmiert, bei dem man statt eines Preises die Rechte an seinem Text abgibt (ein Copyright gibt es in Deutschland eh nicht, siehe meinen Eintrag hier im Blog). So macht man Geschäfte. Da fragt man sich doch, für wie doof uns die Verlage eigentlich halten. Und das Schlimme daran ist, dass sich immer wieder Schreiber finden, die auf so etwas hereinfallen, sei es, weil die Eitelkeit, sich gedruckt zu sehen, so groß ist, oder sie einfach nur naiv sind und die Gegebenheiten nicht kennen.
Ein Literaturportal veranstaltet mehrere Wettbewerbe pro Jahr. Die Preise für die besten fünf Texte bestehen aus Abdruck in einer Anthologie (einschließlich kostenfreiem Lektorat und Mastering, was das Erstellen der Druckvorlage einschließlich Formatierung, Korrektur und eventuellen Änderungen bedeutet), zwei Belegexemplaren und einem Kritikerpreis in Form eines Büchergutscheins besteht. Nur: die Preisträger von Platz zwei bis fünf werden zum Kauf von zwei Exemplaren (insgesamt 22,50 Euro) der Anthologie verpflichtet. Der Kritikerpreis wurde bisher nicht vergeben. Für die Anthologie können auch außerhalb des Wettbewerbs Beiträge eingeschickt werden, ohne dass angegeben wird, was der Abdruck kostet. Was sind das für »Literatur«preise, für die man auch noch bezahlen muss?
Da bleibt nur der Rat, sich jede Ausschreibung genau durchzulesen. Ich achte zwar auf dubiose Ausschreibungen und nehme sie hier nicht auf, aber manchmal versteckt sich der Teufel im Detail, nämlich zwischen den Zeilen der Webseite oder auf einer verborgenen Webseite. Im Zweifelsfall rate ich von der Beteiligung an solchen Wettbewerben ab. Sie tragen nichts zu Ihrem Ruf als Autor oder Autorin bei.
