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vor 7 Jahren
Informationen für Autorinnen und Autoren Neu: Getreu dem Motto »Zitat: die fehlerhaft wiedergegebenen Worte eines anderen« von Ambrose Bierce* nehme ich hier und auf meinem Zitateblog nur geprüfte Zitate und Gedichte mit Quellennachweisen auf
Von den Metallen, den Schätzen selbst und von den Werten der Gegenstände wird nun gesprochen werden, da unsere einzige Sorge das Innere der Erde auf vielfache Weise durchsucht; hier nämlich durchgräbt man sie auf der Jagd nach Reichtum, weil die Welt nach Gold, Silber, Elektron und Kupfer verlangt, dort der Prunksucht zuliebe nach Edelsteinen und Färbemitteln für Wände und Holz, anderswo um verwegenen Treibens willen nach Eisen, das bei Krieg und Mord sogar noch mehr geschätzt wird als das Gold. Wir durchforschen alle ihre Adern und leben auf ihr dort, wo sie ausgehöhlt ist, wobei wir uns noch wundern, dass sie zuweilen birst oder zittert, wie wenn dies nicht in Wahrheit aus dem Unwillen der heiligen Mutter Erde gedeutet werden könnte. Wir dringen in ihre Eingeweide und suchen am Sitz der Schatten nach Schätzen, gleichsam als wäre sie dort, wo sie betreten wird, nicht genügend gütig und fruchtbar; und am wenigsten durchwühlen wir sie dabei der Heilmittel wegen, denn wie vielen ist schon die Heilkunde ein Grund zum Graben? Und doch bietet sie auch diese Gabe an ihrer Oberfläche wie Früchte, freigebig und bereitwillig in allem, was überhaupt Nutzen bringt. Nur das vernichtet uns, nur das treibt uns zur Unterwelt, was sie verborgen und versenkt hat, nur das, was allmählich entsteht, so dass der ins Leere emporstebende Geist bedenken mag, was für ein Ende ihre Ausbeutung in all den Jahrhunderten finden und bis wohin die Habgier noch vordringen soll.* (kursiv jmw) Wie unschuldig, wie glücklich, ja sogar wie köstlich wäre das Leben, wenn die Menschheit nichts anderwoher als über der Erde zur Erfüllung ihrer Wünsche suchte, kurz, nur das, was sie umgibt."*Nach einer anderen Übersetzungen auch:
(http://www.zeit.de/2008/41/N-Erdwaerme/seite-3)
Was die Erde verborgen und und in sich eingeschlossen hat, was nicht plötzlich entsteht – wie ein zur Dummheit neigender Geist meinen könnte – das verdirbt uns und treibt uns in die Vernichtung. Wo soll das mit ihrer Ausbeutung noch enden, bis wohin soll die Habgier noch vordringen? (http://www.pageorama.com/?p=igel)Metalla nunc ipsaeque opes et rerum pretia dicentur, tellurem intus exquirente cura multiplici modo, quippe alibi divitiis foditur quaerente vita aurum, argentum, electrum, aes, alibi deliciis gemmas et parietum lignorumque pigmenta, alibi temeritati ferrum, auro etiam gratius inter bella caedesque. Persequimur omnes eius fibras vivimusque super excavatam, mirantes dehiscere aliquando aut intremescere illam, ceu vero non hoc indignatione sacrae parentis exprimi possit.
Lebensregel. Einer thöricht-gesinnten Schönen, die sich das Leben durch Zukunftssorgen verbittet, ruft der Dichter in freundlicher und gemüthlicher Weise sein Sapias zu: »Sei kein Närrchen, geniesse die Gegenwart«.Leuconoë, don’t ask, we never know, what fate the gods grant us,
Donnerstag nach Belvedere,Aber auch woanders finden sich dafür Belege. So schrieb am 25. Mai 1808 Bettina von Arnim an Goethes Mutter: „Adieu leb Sie recht wohl. Ich werd nächstens bei Ihr angerutscht kommen.“ J. Andreas Schmeller nennt in seinem Bayerischen Wörterbuch von 1836 als Beispiel für „rutschen, im Scherz: fahren“: „An Feyertagen rutscht das lebsüchtige München gerne auf Vering oder ins Heselloh“ (S. 172). Und die Gräfin Ida Hahn-Hahn schrieb im Jahre 1841 in ihren Reisebriefen:
Freitag geht's nach Jena fort;
Denn das ist, bei meiner Ehre,
Doch ein allerliebster Ort!
Samstag ists, worauf wir zielen,
Sonntag rutscht man auf das Land;
Zwätzen, Burgau, Schneidemühlen
Sind uns alle wohlbekannt.
(http://gutenberg.spiegel.de/buch/3670/258)
Eine wirkliche Reise so zu machen, find’ ich ganz unanständig für einen Menschen. (…) Die Dampfwagenerfindung, sie nivelliert und centralisiert, und das sind die beiden fixen Ideen derjenigen, welche sich Liberale nennen … (…) Für ein Geringes rutscht Greis und Kind, vornehm und gering, reich und arm, Mensch und Vieh auf dem Dampfwagen umher.“ (Zitiert nach Wolfgang Sachs: Die Liebe zum Automobil, 1990, S. 115)Ob allerdings das Wort „Rutschen“ in dem Satz „Wer diese Reise unternehmen will, muß sich im Rutschen geübt haben“, der auch als Beispiel gilt, wirklich das Reisen bedeutet, ist unklar, wenn man den vollständigen Satz liest: „Wer diese Reise unternehmen will, muß sich im Rutschen geübt haben, und die übelriechende Luft des Abgrundes gewohnt werden, auch die Gefahr nicht achten, eingeschüttet und unter den Ruinen begraben zu werden.“ (Helfrich Peter Sturz, Schriften, 1785, S. 88f.)
Paris, den 28. (und 29.) Juli 1801
Gnädigste Frau,
Lucchesini und Humboldt haben mich vorläufig bei einigen französischen Gelehrten eingeführt. Ich soll nämlich hier studieren, ich soll es, so will es ein jahrelang entworfener Plan, dem ich folgen muß, wie ein Jüngling einem Hofmeister, von dem er sich noch nicht los machen kann. Ich habe auch schon einigen Vorlesungen beigewohnt – Ach, diese Menschen sprechen von Säuren und Alkalien, indessen mir ein allgewaltiges Bedürfnis die Lippe trocknet – Liebe Freundin, sagen Sie mir, sind wir da, die Höhe der Sonne zu ermessen, oder uns an ihren Strahlen zu wärmen? Genießen! Genießen! Wo genießen wir? Mit dem Verstande oder mit dem Herzen? Ich will es nicht mehr binden und rädern, frei soll es die Flügel bewegen, ungezügelt um seine Sonne soll es fliegen, flüge es auch gefährlich, wie die Mücke um das Licht – Ach, daß wir ein Leben bedürfen, zu lernen, wie wir leben müßten, daß wir im Tode erst ahnden, was der Himmel mit uns will! – Wohin wird dieser schwankende Geist mich führen, der nach allem strebt, und berührt er es, gleichgültig es fahren läßt – Und doch, wenn die Jugend von jedem Eindrucke bewegt wird, und ein heftiger sie stürzt, so ist das nicht, weil sie keinen, sondern weil sie starken Widerstand leistet. Die abgestorbene Eiche, sie steht unerschüttert im Sturm, aber die blühende stürzt er, weil er in ihre Krone greifen kann – Ich entsinne mich, daß mir ein Buch zuerst den Gedanken einflößte, ob es nicht möglich sei, ein hohes wissenschaftliches Ziel noch zu erreichen? Ich versuchte es, und auf der Mitte der Bahn hält mich jetzt ein Gedanke zurück – Ach, ich trage mein Herz mit mir herum, wie ein nördliches Land den Keim einer Südfrucht. Es treibt und treibt, und es kann nicht reifen – Denn Menschen lassen sich, wie Metalle, zwar formen so lange sie warm sind; aber jede Berührung wirkt wieder anders auf sie ein, und nur wenn sie erkalten, wird ihre Gestalt bleibend. Ich möchte so gern in einer rein-menschlichen Bildung fortschreiten, aber das Wissen macht uns weder besser, noch glücklicher. Ja, wenn wir den ganzen Zusammenhang der Dinge einsehen könnten! Aber ist nicht der Anfang und das Ende jeder Wissenschaft in Dunkel gehüllt? Oder soll ich alle diese Fähigkeiten, und alle diese Kräfte und dieses ganze Leben nur dazu anwenden, eine Insektengattung kennen zu lernen, oder einer Pflanze ihren Platz in der Reihe der Dinge anzuweisen? Ach, mich ekelt vor dieser Einseitigkeit! Ich glaube, daß Newton an dem Busen eines Mädchens nichts anderes sah, als seine krumme Linie, und daß ihm an ihrem Herzen nichts merkwürdig war, als sein Kubikinhalt. Bei den Küssen seines Weibes denkt ein echter Chemiker nichts, als daß ihr Atem Stickgas und Kohlenstoffgas ist. Wenn die Sonne glühend über den Horizont heraufsteigt, so fällt ihm weiter nichts ein, als daß sie eigentlich noch nicht da ist – Er sieht bloß das Insekt, nicht die Erde, die es trägt, und wenn der bunte Holzspecht an die Fichte klopft, oder im Wipfel der Eiche die wilde Taube zärtlich girrt, so fällt ihm bloß ein, wie gut sie sich ausnehmen würden, wenn sie ausgestopft wären. Die ganze Erde ist dem Botaniker nur ein großes Herbarium, und an der wehmütigen Trauerbirke, wie an dem Veilchen, das unter ihrem Schatten blüht, ist ihm nichts merkwürdig, als ihr linnéischer Name. Dagegen ist die Gegend dem Mineralogen nur schön, wenn sie steinig ist, und wenn der alpinische Granit von ihm bis in die Wolken strebt, so tut es ihm nur leid, daß er ihn nicht in die Tasche stecken kann, um ihn in den Glasschrank neben die andern Fossile zu setzen – O wie traurig ist diese zyklopische Einseitigkeit!
(In Heinrich von Kleist: Sämtliche Werke und Briefe, Bd. 1, hrsg. v. Helmut Sembdner. Hanser, 9. Aufl. 1993, S. 678f.)
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