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Mittwoch, 9. Dezember 2009

Link der Woche: Orthografietrainer

Niemand lernt Basketball spielen, indem er die Regeln auswendig lernt. Niemand lernt Fahrrad fahren, indem er Kinetik studiert. Und genauso lernt niemand Rechtschreibung allein durch Regelkenntnis. (von der Website)
Aufgrund eines Hinweises bei Twitter habe ich diese Seite entdeckt. Zwar will der Trainer die Rechtschreibfähigkeiten von Schülern verbessern, "Deutschlehrern die Korrekturarbeit erleichtern und nebenbei auch noch wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen", aber ich finde, auch Nichtlehrer und -schüler können ihn gut gebrauchen.

Der Übungsbereich ist gegliedert in:
  • Komma- und Zeichensetzung
  • Groß- und Kleinschreibung
  • Getrennt- und Zusammenschreibung
  • Wortendungen
  • Lange und kurze Vokale
  • Schreibung der S-Laute
  • Schreibung der Konsonanten
Die Übungen sind in die Schwierigkeitsgrade von 1 bis 4 unterteilt.

Das Schöne daran ist, dass Sie mitmachen können, indem Sie eigene Übungsaufgaben entwickeln und veröffentlichen können.

Und hier geht es zum Trainer: http://www.orthografietrainer.de/index.php

Sonntag, 8. November 2009

Link der Woche: Textanalyse-Tools


Auf https://www.schreiblabor.com/textlabor/statistic/* und http://www.stilversprechend.de/stil/bericht.html gibt es sehr empfehlenswerte Tools zur Textanalyse. Dabei werden außer der Zeichenzahl die Anzahl der Sätze, der Wörter pro Satz, der einzelnen Wörter und der unterschiedlichen Wörter ausgewertet, aber auch die der Silben insgesamt, der Silben pro Wort und der Kommata pro Satz. Außerdem werden bei beiden Anbietern lange Wörter und Sätze, Phrasen, Füllwörter (siehe auch hier) und Anglizismen ausgewertet und vor allem markiert. Bei stilversprechend.de werden außerdem Satzanfänge mit „Es“ (sehr empfehlenswert!), Passivsätze sowie Redundanzen (siehe auch hier) angezeigt. Fehlt eigentlich bei beiden nur noch die Angabe der Substantive.

Bei der Auswertung meines Textes fand schreiblabor.de 12 Füllwörter, stilversprechend.de dagegen nur eine Redundanz. Das kann aber auch daran liegen, dass schreiblabor.de zusätzlich zur Textanalyse einen Füllwörter-Test anbietet, bei dem 264 Füllwörter berücksichtigt werden (in meiner Giftliste habe ich nur 200 aufgeführt). Interessant dabei ist, dass Sie Ihr Ergebnis mit dem von Leseproben bekannter Autoren vergleichen können.

Die Auswertung bei schreiblabor.de ist insgesamt ausführlicher als die bei stilversprechend.de. Allerdings werden dort nicht soviele „Stilsünden“ berücksichtigt wie bei stilversprechend.de.

Das Besondere an beiden Seiten ist aber der Lesbarkeitsindex, der mit dem Flesch Reading Ease, auch Flesch-Grad genannt, berechnet wird. Gut verständliche Texte weisen einen Wert von etwa 60 bis 70 auf (einfach = Anleitungen, Rezepte, Belletristik).

Auf beiden Seiten wird der Flesch-Grad, den Toni Amstad für deutsche Texte in seiner Dissertation „Wie verständlich sind unsere Zeitungen?“ (Zürich 1978) entwickelt hat, angegeben. Dabei berechnete er vor allem den Wortfaktor neu, da die deutschen Wörter im allgemeinen länger sind als englische; die Sätze sind in beiden Sprachen etwa gleich lang.

Schreiblabor.de berechnet zusätzlich zum Flesch-Grad für deutsche Texte den für englische, außerdem den Kincaid Grade Level sowie die 1., 2., 3. und 4. Wiener Sachtextformel für die Lesbarkeit (nähere Angaben zu den einzelen Verfahren finden Sie hier).

Auf http://www.leichtlesbar.ch/html/faq.html gibt es Fragen und Antworten zur Flesch-Formel. Dort können Sie ebenfalls Ihren Text auf Lesbarkeit überprüfen lassen, allerdings ohne die Zusatzfunktionen der anderen beiden Anbieter, außerdem wird nur der Flesch Reading Ease für englische Texte berücksichtigt. Die Begründung erfahren Sie hier.

Übrigens: bei http://blog.stilversprechend.de/ können Sie mit seitenreport.de Ihre Webseite nach Zugriffszahlen, der technischen Qualität und Benutzerfreundlichkeit, aber auch auf Lesbarkeit analysieren lassen. Sie erhalten den Flesch-Wert samt Erläuterung. Mit dem Flesch-Widget können Sie auf Ihrer Webseite oder Ihrem Blog den aktuellen Flesch-Wert anzeigen lassen.

Warnung: Die Lesbarkeitsformel hat nichts mit dem Inhalt und der Qualität des Textes zu tun. Dabei können nur Testleser oder Lektoren helfen. Ein Tool dafür gibt es meines Wissens (noch) nicht.

Eine Textanalyse auf Füll- oder Unwörter gibt es auch im e-Lektorat von letter-factory.com. Wobei ich grundsätzlich gegen den Ausdruck Unwörter bin. Füllwörter müssen nicht überflüssig sein, denn  sparsam(!) angewandt geben sie einem Text die Würze, die er braucht, um nicht eintönig zu wirken, oder, da Sprache immer auch Musik ist: Sie können einen Text melodisch machen und ihm einen Rhythmus geben. Und nicht zuletzt können sie ihm eine unbeabsichtigte Schärfe nehmen.

*Der auf autorenlektorat.com angebotene Füllwörtertest (http://www.autorenlektorat.com/fuellwoerter/) und der ebenfalls dort angebotene Textanalysetool (http://www.autorenlektorat.com/textanalyse/) sind mit denen auf schreiblabor.com identisch. Beide Sites gehören denselben Betreibern.

Weitere Textanalyse-Tools habe ich hier beschrieben: http://juttas-schreibblog.blogspot.com/2009/04/tool-zum-anzeigen-von-fullwortern.html für Füllwörter und http://juttas-schreibblog.blogspot.com/2009/04/tool-zum-anzeigen-von.html für Wortwiederholungen (auch Wortdoppelungen oder Wortdopplungen** genannt).

**beide Versionen nur wegen der Suchmaschinen erwähnt … Laut Duden ist die Schreibung Wortdopplungen richtig.

http://www.canoo.net/services/GermanSpellingChecker/ueberblick/index.html bietet eine kostenlose Rechtschreibprüfung an.

Auf WriteWords gibt es für englische Texte einen Word Frequency Counter und  einen Phrase Frequency Counter. Das im Kommentar von anonym empfohlene TextLab bietet die kostenpflichtige TextLab-Analyse-Software mit vielen zusätzlichen Funktionen an, die aber eher für die Unternehmenskommunikation gedacht ist.

In dem Zusammenhang wichtig ist der Hinweis von schreiblabor.com (der Name hat übrigens nichts mit mir zu tun) und autorenlektorat.com, dass die Analysen nicht lokal auf dem eigenen Browser durchgeführt werden,  sondern zu deren  Server übertragen, mittels eines Perl-Scripts geprüft und wieder zurückgesandt werden. Sie könnten den Text also speichern. Sie garantieren aber, dass das nicht tun werden. Wie das bei den anderen Anbietern ist, weiß ich nicht, ist aber eine Überlegung wert, wenn man Angst hat, dass sein Text anderweitig verwendet wird

Sollte es noch mehr solcher Textanalyse-Tools geben, bin ich für Hinweise sehr dankbar

Inzwischen habe ich ein ähnliches Tool entdeckt, das BlaBlaMeter. Allerdings wird dort nur "schonungslos" entlarvt, „wieviel heisse Luft sich in Texte eingeschlichten hat“ und der „Bullshit-Index“ errechnet.  Das ist doch ein bisschen wenig, weil nicht angegeben wird, was denn nun am Text heiße Luft ist. Aber da dieses Tool offensichtlich neu ist, wird sicher bald eine bessere Version zur Verfügung stehen. Zu empfehlen ist es jedenfalls im Moment noch nicht.

Samstag, 25. April 2009

Zitat des Tages

Die, die die, die die Buchstaben zählen, für dumme Tröpfe halten, möchten nicht ganz unrecht haben.

Schopenhauer zum Gebrauch von welche, welches, welcher

Donnerstag, 9. April 2009

Tool zum Anzeigen von Füllwörtern

Noch ein Tool zum Anzeigen von Füllwörtern in einem Text entdeckt: http://www.lemontree.de/schreibschule/wordcounter.php

Die Auswertung ergab bei meinem Text mit 300 Wörtern 1,33 % Füllwörter (zweimal immer und einmal irgendwo). Das ist zu ertragen

Quelle: Forum der Schreibschule VHS Düsseldorf

Weitere Textanalyse-Tools habe ich hier gesammelt und kommentiert

Mittwoch, 11. März 2009

Noch ein Link der Woche: e-Lektorat für Füllwörter

Nachdem es mit der Wortwolke erstmal nicht geklappt hatte wegen technischer Probleme und weil ich keine Zeit hatte, mich darum zu kümmern, war ich vorhin sehr glücklich, einen "e-Lektor" für Füllwörter (wieder)zu finden. Ich hatte vor einigen Jahren etwas Ähnliches auf einer anderen Seite gefunden und sicher auch den Bookmarks zugefügt, aber wie findet man ein Stichwort bei den vielen Bookmarks?

Hier gibt es den e-lektor und hier die Füllwörter, die der nette Betreiber der Seite rot markiert finden lässt. Übrigens, hier gibt es noch viel mehr zu lesen zu dem Thema

(Die Füllwörter werden dort auch als "Unwörter" bezeichnet. So überflüssig sie auch sein mögen, aber Unwörter sind es nun doch nicht)

Und was machen wir armen Lektoren, wenn der Computer uns nun auch noch das Streichen von Füllwörtern abnimmt? Das erinnert mich an die Zeiten, als Rechner in jedem Bürozimmer Einzug hielten und die Wissenschaftler ihre Arbeiten selbst zu tippen begannen und wir Forschungstechnische Assistentinnen uns bang fragten, ob wir nun arbeitslos werden. Nun, wurden wir nicht, es gab genug zu tun, und ich fing dann an, die Texte der Wissenschaftler zu lektorieren. Und das macht schließlich mehr Spaß, als deren Manuskripte abzutippen.

Montag, 9. Februar 2009

Interview mit Philip Roth: "Wenn ich schreibe, lebe ich"

Von Lars Reichardt

"Philip Roth gibt nicht gern Interviews. Auf den nächsten Seiten macht er eine Ausnahme: Der wichtigste amerikanische Autor der Gegenwart* erklärt die Prinzipien seiner Arbeit - und warum er nicht mit dem Schreiben aufhören kann." weiterlesen

Wichtiges aus dem Interview

Sie schreiben ungeheuer viel, einen Roman pro Jahr. Eine Seite am Tag, das ist mein Ziel, gelegentlich erreiche ich das auch, an guten Tagen schaffe ich zehn. Natürlich ist das dann nur ein Entwurf, den ich am Ende nochmals überarbeite, bis zu vier-, fünfmal. Gerade sitze ich an einem vierten Durchgang und weiß schon, dass noch einer fällig wird. Ab dem dritten Durchgang macht das Schreiben langsam Spaß.

Und davor? Ist es harte Arbeit. Aber mit jedem Durchgang werden die Dinge klarer, die Intensität nimmt zu, die Seiten werden lebendiger.

Wann erstellen Sie eine genauere Struktur der Handlung oder Figuren?
Gar nicht.

Wie bitte? Erschreckt Sie diese Vorstellung?

Tolstoi hat sämtliche Handlungsstränge für Krieg und Frieden auf einem einzigen Schmierzettel untergebracht. Aber Sie verzichten gänzlich auf jegliche Gliederung, nicht einmal eine Skizze, ein Diagramm, ein Schmierzettel? Jeder arbeitet anders. Als ich mit dem Schreiben begann, machte ich noch solche Skizzen, schrieb eine Art Handlung auf. Ich hatte noch nicht gelernt, meiner Intuition zu vertrauen und mich auf spontane Einfälle während der Arbeit zu verlassen.

*Bei aller Wertschätzung für Philip Roth, aber wer wertet die Wichtigkeit von (US!)-amerikanischen Autoren? Danach, ob sie nobelpreisverdächtig sind? Wie sieht es mit John Irving aus, mit Jonathan Franzen? Andere wichtige Autoren wie John Updike und Michael Chrichton sind ja leider inzwischen verstorben. Bezieht sich die Wichtigkeit nur auf lebende Autoren? Und wie sieht es mit US-amerikanischen Autorinnen aus? Solche Verallgemeinerungen finde ich leicht unseriös. jmw

Quelle: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/




Freitag, 28. November 2008

Die schönste Liebeserklärung der Weltliteratur

Von Wolf Schneider

„Ich erschrecke, wenn ich höre, dass Du mich liebst, und wenn ich es nicht hören sollte, wollte ich sterben.“

warum, lesen Sie hier

(Siehe auch http://juttas-schreibtipps.blogspot.com/search?q=tolstoi)

Quelle: http://www.faz.net/

Dienstag, 25. November 2008

Und noch ein Generator I

Auf der Seite www.lyrik2000.de gibt es einen Generator für Titel von Pornofilmen. Na, darauf muss man erstmal kommen, nicht nur, dass es dafür einen Generator gibt, sondern dass man, wenn man ganz unbedarft Gedichte lesen möchte, unter anderem einige Bildchen findet und einen Hinweis von der FSK. Aber das scheint überhaupt eine merkwürdige Seite zu sein. Es gibt u. a. auch einen Generator zum Hitlerisieren (was immer das auch ist) von Texten. Nur ein Impressum gibt es nicht.