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Dienstag, 31. Mai 2011

Satz und Download der Woche

„Zwecklos da, noch weiter zu hmmmen.“

James Joyce, Ulysses, S. 98

Wer wegen dieses schönen Satzes oder wegen Mollys Monolog und überhaupt Ulysses noch einmal lesen möchte, kann das Buch hier herunterladen.

Nachtrag: Leider funktioniert der Link nicht mehr. Und woanders gibt es auch keine Download-Möglichkeit.

Sonntag, 29. März 2009

Beitragsersuche und selbsterfüllende Wikipediaeinträge

"Ein sehr merkwürdiges Wort geistert durch meine Bitte um eine deutsche Alternative zum Call for Papers: das Wort Beitragsersuch. Es stammt aus der Wikipedia, wo es im Eintrag zu Call for Papers als deutsche Übersetzung angegeben wird.

Anders als viele meiner Kollegen bin ich der Meinung, dass die deutschsprachige Wikipedia grundsätzlich eine zuverlässige Quelle darstellt. Fehler werden schnell korrigiert und wenn mal ein Artikel überlebt, der inhaltlich nichts taugt, erkennt man den normalerweise auf den ersten Blick an formalen Mängeln.

Aber in diesem Fall hat jemand die Wikipedia manipuliert: das Wort Beitragsersuch gibt (bzw. gab) es nicht. Jemand hat es an dem Tag erfunden, als es zum ersten Mal in der Wikipedia erschien.

Der Reihe nach. Ein erster Hinweis darauf, dass es sich hier um ein Fantasiewort handelt, liegt in dem Kopf des zusammengesetzen Substantivs. Ersuch ist bestenfalls marginal ein Wort der deutschen Sprache. Mir war es völlig unbekannt, ich wüsste noch nicht einmal, welches Genus es hat: der Ersuch oder das Ersuch? Weder der Duden noch das Bertelsmann-Wörteruch kennen es, das Grimm’sche Wörterbuch nennt einen einzigen Beleg und der ist von 1719 (aus Johann Christoph Ettners Des getreuen Eckarths medicinischer Maul-Affe). Die Grimms geben an, das Wort sei ein Maskulinum (der Ersuch). In Rechts- und Behördentexten finden sich vereinzelte Belege, aber auch dort scheint das Wort veraltet zu sein.

Ein zweiter Hinweis ergibt sich aus der Tatsache, dass es außer besagtem Wikipediaeintrag und seinen tausend Kopien so gut wie keine Google-Treffer für den Beitragsersuch gibt. Sehen wir uns den Eintrag also näher an." weiterlesen

Quelle: www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/

Sonntag, 8. März 2009

Artikel über eine Lesung von Kehlmann

Diesen wirklich lesenswerten Artikel mit dem Titel Es ging zu wie bei Tokio Hotel finden ihn hier.

Besonders beeindruckt hat mich der Satz:
Auch die vielen jungen Mädchen in den ersten Reihen deuten mit ihren tapfer durch Eis und Schnee getragenen tiefen Dekolletees an, dass es hier nicht nur um Bücher geht.
Er erinnert mich an einen anderen schönen Satz aus einem bekannten Buch, nur leider komme ich nicht drauf.

Quelle: http://www.abendzeitung.de

Samstag, 6. Dezember 2008

Fundstück der Woche

Mal ehrlich, man will dem Genetiv retten, das Butterbrot, Knut (für den Berliner Zoo) und die Eisbären überhaupt, will die deutsche Sprache retten, Österreich, das Mittagessen, die Privatkopie und 1000 andere Dinge, aber: Hat schon jemand mal an die Monitortierchen gedacht? Doch, man hat. Lesen Sie hier: Rettet die Monitortierchen!

"Generationen von Plüschies haben friedlich in ihrem natürlichen Lebensraum auf Röhrenmonitoren gelebt. Mit der Erfindung des LCD ist ihr Lebensraum nun bedroht! Darum bittet die Aktion "Rettet die Monitortierchen!" um Hilfe."

Wie gut, dass es noch Idealisten gibt, die nicht nur an die großen Dinge denken wie an die Rettung des Regenwalds oder der Kreuzfahrer vor Piraten!