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Samstag, 3. November 2012

Zitat des Tages: Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse

Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse.

Le langage est source de malentendus.

Language is the source of misunderstandings.

Antoine de Saint-Exupéry

(In Der kleine Prinz (Le Petit Prince, The Little Prince). Rauch 1950, S.69; zitiert nach http://en.wikiquote.org/wiki/The_Little_Prince)

Dienstag, 31. Juli 2012

Zitat des Tages: Goethe über Sprechen und Sprache

Ein jeder, weil er spricht, glaubt auch über die Sprache sprechen zu können.

Johann Wolfgang von Goethe

(Einzelnheiten. In Goethe’s sämmtliche Werke, 1851, S. 605)

Dienstag, 12. Juni 2012

Zitat des Tages: Koestler über Worte, die Schiffe zum Segeln bringen

Worte sind Luft. Aber die Luft wird zum Wind, und der Wind macht die Schiffe segeln.

Words are so much air, but air will be wind and make ships sail.

Arthur Koestler

(In The Gladiators. Macmillan1967, S. 71)

Freitag, 8. Juni 2012

Zitat des Tages: Oscar Wilde über das Reden und Tun und die Sprache

Es ist schwieriger, etwas zu tun, als darüber zu reden? Keineswegs. Dies ist ein grober, weitverbreiteter Irrtum. Es ist sehr viel schwieriger, über etwas zu reden, als es zu tun. Im Bereich des täglichen Lebens ist dies natürlich unverkennbar. Jeder kann Geschichte machen, aber nur ein großer Mann kann sie schreiben. Es gibt keine Handlungsweise, keine Form der Empfindung, die wir nicht mit den niedrigen Tieren teilen. Nur durch die Sprache erheben wir uns über sie oder über den Mitmenschen – durch die Sprache allein, sie ist die Mutter des Denkens, nicht ihr Kind.

Oscar Wilde

(In Der Kritiker als Künstler, Teil I: Mit einigen Anmerkungen über den Wert des Nichtstuns http://www.besuche-oscar-wilde.de/werke/deutsch/essays/der_kritiker_1.htm)

More difficult to do a thing than to talk about it? Not at all. That is a gross popular error. It is very much more difficult to talk about a thing than to do it. In the sphere of actual life that is of course obvious. Anybody can make history. Only a great man can write it. There is no mode of action, no form of emotion, that we do not share with the lower animals. It is only by language that we rise above them, or above each other—by language, which is the parent, and not the child, of thought.

(In The Critic as Artist: With Some Remarks Upon The Importance of Doing Nothing http://www.readbookonline.net/readOnLine/480/)

Freitag, 23. September 2011

Zitat des Tages: Karl Kraus über Sätze, Wörter, Rübchen und Lärm

Als ich eben in der Fackel blätterte, las ich diesen Aphorismus, den ich – ich gestehe es – entzückend finde. Schade, dass er so unbekannt ist.

"Ein Satz kann nie zur Ruhe kommen. Nun sitzt dies Wort, denke ich, und wird sich nicht mehr rühren. Da hebt das nächste seinen Kopf und lacht mich an. Ein drittes stößt ein viertes. Die ganze Bank schabt mir Rübchen. Ich laufe hinaus; wenn ich wiederkomme, ist alles wieder ruhig; und wenn ich unter sie trete, geht der Lärm los."

Karl Kraus

(Die Fackel, H. 326 (1911), S. 44)

Mittwoch, 18. Mai 2011

Zitat des Tages: Sigmund Freud über Worte

Worte waren ursprünglich Zauber, und das Wort hat noch heute viel von seiner alten Zauberkraft bewahrt. Durch Worte kann ein Mensch den anderen selig machen oder zur Verzweiflung treiben, durch Worte überträgt der Lehrer sein Wissen auf die Schüler, durch Worte reißt der Redner die Versammlung der Zuhörer mit sich fort und bestimmt ihre Urteile und Entscheidungen. Worte rufen Affekte hervor, und sind das allgemeine Mittel zur Beeinflussung der Menschen untereinander.

Sigmund Freud

(in Gesammelte Werke: Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Imago Pub. Co. 1940, S. 10; http://gutenberg.spiegel.de/buch/926/1

Donnerstag, 10. Februar 2011

Zitat des Tages

Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.
Dessiner, c'est parler aux yeux, et parler, c'est peindre à l'oreille.

Joseph Joubert

(Aus Franz Joseph Joubert: Gedanken, Versuche und Maximen. Übers. v. Franz Graf Pocci)

Samstag, 9. Oktober 2010

Zitat des Tages

Sinnreich bist du, die Sprache von fremden Wörtern zu säubern,
nun so sage doch, Freund, wie man Pedant uns verdeutscht.

Goethe und Schiller: Xenien

Freitag, 3. September 2010

Zitat des Tages: Karl Kraus über Wörter, die man sich näher anschaut

Je länger man ein Wort anschaut, desto fremder schaut es zurück.

Karl Kraus

Tja, mea culpa – ich gestehe es –, ich hatte das Zitat zu einer Zeit eingestellt, als ich noch nicht wusste, dass mindestens jedes zweite Zitat, das man im Internet findet, fehlerhaft ist. Hier ist die richtige Version:

"Je näher man ein Wort ansieht, desto ferner sieht es zurück."

(In Die Fackel, Heft 326 (1911), S. 44)

Falsch sind die Versionen "Je länger man ein Wort anschaut, umso fremder schaut es zurück", "Je länger man ein Wort anschaut, desto komischer kommt es einem vor", "Je näher man ein Wort anschaut, desto ferner schaut es zurück und die Versionen "umso" statt "desto" und "blickt" statt "sieht".

Samstag, 25. Juli 2009

Zitate zur Sprache

Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. (Ingeborg Bachmann)

Man kann noch so viele Fremdsprachen beherrschen - wenn man sich beim Rasieren schneidet, gebraucht man die Muttersprache. (Eddie Constantine)

Der Sprachpfleger gleicht einem Gärtner, der lange gegen ein bestimmtes Unkraut in seinem Blumenbeet kämpft, bis er am Ende eingestehen muss, dass es eigentlich ganz aparte Blüten treibt. (Ulrich Greiner)

In alten Zeiten gingen die Leute nicht so leichtfertig mit der Sprache um, denn sie hatten Skrupel, daß sie hinter ihren eigenen Worten zurückbleiben könnten. (Konfuzius)

Wie ist jede - aber auch jede - Sprache schön, wenn in ihr nicht nur geschwätzt, sondern gesagt wird! (Christian Morgenstern)

Stets ist die Sprache kecker als die Tat. (Friedrich von Schiller)

Wenn einer eine Ansprache hält, müssen die anderen schweigen - das ist deine Gelegenheit. Mißbrauche sie. (Kurt Tucholsky)