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Donnerstag, 14. Mai 2009

Blogosphäre gegen "Guttenzwerg"

Meike Laaff schreibt in der taz vom 12. 5. 2009 unter der Überschrift „Über 70.000 unterzeichnen eine Onlinepetition gegen Internetsperrungen. Wirtschaftsminister zu Guttenberg macht das "betroffen" – und bringt so Netzaktivisten gegen sich auf“:
Schäublone und Zensursula waren gestern. Die Netzgemeinde hat einen neuen Lieblingsgegner: Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der hatte sich am Freitag in der "Tagesschau" negativ über die Unterzeichner einer äußerst erfolgreichen Internetpetition geäußert, die sich gegen das Sperren von Internetseiten zur Bekämpfung von Kinderpornografie wendet. "Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornografischen Inhalten sträuben", sagte er. "Das ist wirklich eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht. (…)
Die Äußerung zu Guttenbergs zeigt, dass die Regierung kein offenes Ohr für ihre Argumente hat. Und stärkt das Klischee vom "Internetausdrucker" - Politiker, die über Netzpolitik entscheiden, aber kaum Ahnung davon haben. Gerade im Wahlkampfjahr kein gutes Signal. Denn hier frustriert die Koalition gerade die Leute, die man derzeit über einen Web 2.0-affinen Wahlkampf à la Obama verzweifelt zu begeistern versucht. Ohne auch nur annähernd dessen Glaubwürdigkeit zu erreichen." (weiterlesen)
Ja, es ist traurig, dass unsere sogenannten Volksvertreter kaum Ahnung vom Internet (auch nicht von Computerspielen, über die sie ebenfalls entscheiden müssen) haben. Peinlich wird es aber, wenn sie meinen, sie müssten à la Obama twittern oder sonstwie im Internet aktiv werden, und dann auf abgeordnetenwatch.de auf Fragen antworten mit: „mir gefällt der Ton Ihrer Frage nicht. Es fehlt Ihnen an Respekt. Suchen sie sich einen anderen Gesprächspartner“; „letztmals, ich möchte keinen Umgang mit Ihnen“; „Sie können gerne auf normale Umgangsformen verzichten. Ich tue das nicht“; „Für Endlosdebatten fehlt mir die Lebenszeit“, „Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens. Ich möchte arbeitsfähig bleiben“; oder, besonders gut:
was soll denn ein „Computer“ sein, was soll „Internet“ sein? Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend. DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?“
Völlig daneben ist die Antwort des betreffenden Politikers auf einen Eintrag, in dem sich jemand wundert, dass man als Volksvertreter „Menschen, die sich mit ihren Fragen und Ängsten an Sie wenden, anpöbelt und mit unsachlichen Äußerungen wie ‘DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?‘ zum Narren hält“ mit „mir gefällt der Ton Ihrer Frage nicht. Es fehlt Ihnen an Respekt. Suchen sie sich einen anderen Gesprächspartner“.
Ich kann ja verstehen, dass Politiker von Fragen genervt sind, aber mit solchen Aussagen – und das ist nur ein Auszug – schaden sie sich, vor allem aber ihrer Partei. Denn so etwas spricht sich in der Internetgemeinde sozusagen in Echtzeit herum, wenn nicht gar eine Seite mit den gesammelten Sprüchen des Herrn … eingerichtet wird.
Und es ist kein Wunder, wenn die Menschen, vor allem die jüngeren – unsere Kinder und Kindeskinder, von denen unsere Volksvertreter so gern sprechen –, politikverdrossen werden. Sie fühlen sich in ihrer Lebenswirklichkeit – auch so ein Modewort – überhaupt nicht angenommen und verstanden.
Wenn Politiker vom Internet keine Ahnung und vor allem, wenn sie es gar nicht verstanden haben, dann sollen sie es lassen, sich online zu äußern. Auch eingedenk der Warnung, dass das Internet nichts vergisst. Was in den USA chic und erfolgreich war, muss nicht in Deutschland nachgeahmt werden. Schließlich muss man die Medien virtuos beherrschen, um erfolgreich zu sein.

Donnerstag, 30. April 2009

Wörterbuch für Twitter gestartet

Pressemitteilung

Hamburg (pts/29.04.2009/12:35) -

* Online-Wörterbuch woerterbuch.info liefert Übersetzungen und Synonyme via Twitter in Sekundenschnelle
* Twitter-Feed versorgt Abonnenten mit Wissenswertem und Unterhaltsamem aus der Welt der Sprache


www.woerterbuch.info startet ein interaktives Wörterbuch für Twitter. Ab sofort können alle Nutzer des Microblogging-Dienstes ihre persönlichen Anfragen zu Synonymen oder Übersetzungen an das Wörterbuch (http://twitter.com/woerterbuch) stellen und innerhalb von Sekundenschnelle beantworten lassen. Hierzu wird einfach das zu ersetzende Wort gemeinsam mit dem Zusatz "@woerterbuch" und der gewünschten Sprache als Post eingegeben. Nach wenigen Sekunden erscheint die gewünschte Übersetzung oder eine Auswahl an Synonymen auf der eigenen Startseite. weiterlesen

Samstag, 25. April 2009

Kinderporno-Sperren: Regierung erwägt Echtzeitüberwachung der Stoppschild-Zugriffe

„Die Bundesregierung erhofft sich von dem geplanten Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet offenbar wesentlich weitergehende Überwachungsmöglichkeiten als bislang bekannt. Gegenüber heise online erklärte jetzt Ulrich Staudigl, Sprecher im Bundesjustizministerium, dass man in der Regierung durchaus eine Überwachung der von den Providern gehosteten Stoppseiten-Server durch Strafverfolgungsbehörden in Betracht zieht.“ weiterlesen

Quelle: ttp://www.heise.de/

Das bedeutet im Grunde, dass man keinen Link öffnen kann, ohne genau zu wissen, wohin er führt, wie zum Beispiel bei Twitter. jmw

Dienstag, 14. April 2009

OLG Hamburg: Gute Nachrichten für Forenbetreiber (und Blogger)

"Die rigide Rechtsprechung des Landgerichts Hamburg bezüglich der Haftung für Internetforen und Blogs sorgt bereits seit Jahren für erhebliche Rechtsunsicherheit unter den Betreibern derartiger Angebote. Dieser Rechtsprechung hatte das Hanseatische Oberlandesgericht nun in einer neuen Entscheidung eine klare Absage erteilt, jetzt liegt auch die schriftliche Begründung des Urteils vom 4. Februar 2009 vor (Az. 5 U 180/07)." weiterlesen

Quelle: http://www.heise.de/

Sonntag, 12. April 2009

Recht im Web 2.0: Wer haftet für Corporate Blogs und Tweets?

"Welche juristischen Risiken drohen bloggenden und twitternden Unternehmen? Rechtsanwalt Henning Krieg aus der Kanzlei Bird & Bird LLP in Frankfurt/Main, im Gespräch." weiterlesen

Quelle: http://www.computerwoche.de/

siehe auch: Impressumspflicht bei Twitter

Dienstag, 31. März 2009

Links zu anderen Seiten können strafbar sein

Am besten, man setzt keine Links mehr, denn sie könnten zu Seiten führen, die strafbar sind. Jedenfalls, wenn es nach dem Urteil des LG Karlsruhe geht:
Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind
(siehe u. a. www.internet-law.de/2009/03/lg-karlsruhe-durchsuchung-wegen.html, http://tinyurl.com/d7x325 und www.heise.de/tp/blogs/5/135462

Wenn man mich fragt, ist das weltfremd, und das ganze Web 2.0 wird so ad absurdum geführt. Aber ich sag ja, als Blogger steht man mit einem Bein im Gefängnis.

Vermutlich kennt das Landesgericht seine eigenes Impressum nicht. Denn dort steht:
Diese Internetseite enthält auch Links oder Verweise auf Internetauftritte Dritter. Diese Links zu den Internetauftritten Dritter stellen keine Zustimmung zu deren Inhalten durch den Herausgeber dar. Es wird keine Verantwortung für die Verfügbarkeit oder den Inhalt solcher Internetauftritte übernommen und keine Haftung für Schäden oder Verletzungen, die aus der Nutzung - gleich welcher Art - solcher Inhalte entstehen.

Samstag, 14. März 2009

Winnenden: Menschen und Medien

Von Jochen Kalka, der selbst in Winnenden lebt

"Sie ist pechschwarz, die gesamte Titelseite der "Winnender Zeitung". In riesigen Lettern prangt ein "Warum?" darauf. Acht Sonderseiten widmet die Kleinstadtzeitung mit ihrer verkauften Auflage von 8177 Exemplaren dem schrecklichen Ereignis. Bereits um 7.30 Uhr ist die Zeitung an allen vier Tankstellen der Stadt ausverkauft.

Der kleine Kiosk am historischen Marktplatz hat zu dieser Zeit noch ein paar Exemplare übrig – neben einem gigantischen, über einem halben Meter hohen Stapel von "Bild"-Zeitungen auf dem Tresen. "Das Blutbad" titelt "Bild". Die Geschäfte am Kiosk gehen gut. "Darauf könnt ich verzichten", sagt die ältere Kioskbesitzerin, dann schießen ihr Tränen in die Augen." weiterlesen

Und ich stimme dem Autor des Artikels völlig zu, wenn er schreibt:
Medien sprechen von "Amoklauf". Völlig unreflektiert. Das, was in Winnenden passiert ist, hat mit einem Amoklauf wenig zu tun. Bei einem Amoklauf dreht jemand durch, schießt unkontrolliert wie wild um sich.

Das, was der ganz normale Junge Tim gemacht hat, ist geplanter Mord. Geplanter Massenmord.
Was er im letzten Absatz schreibt, ist nicht zu fassen:
Weil heute alle Schüler gleichzeitig Schluss haben, sind die eigenen Kinder nur schwer zu finden. Die Eltern umarmen ihre Kleinen, als hätten sie sie ewig nicht gesehen. Und wieder fließen Tränen. Tränen, die die vielen Kamerateams abermals einfangen. So wie gestern, als sich selbst spiegel.de nicht zu Schade dafür war, das Video "Eltern in Panik" zu zeigen. Und über das Video von CNN berichtet die "Winnender Zeitung" von heute: Wer den Bericht komplett anschaue, dem empfiehlt You Tube zusätzlich die "Amoklauf-Parodie". Bewertung 4,5 von 5 Sternen
Quelle: http://www.wuv.de/

Zu der Berichterstattung siehe Wie viel Twitter darf es sein? und Twitter und so und die Kommentare dazu. Dort steht zur Medienberichterstattung unter anderem
Aber es gibt sicher noch weitere Kritikpunkte. Warum bspw. werden 10-jährige - offentsichtlich unter Schock stehend - vor eine Kamera geholt und sollen dann in die Kamera sprechen?
und Herr Koma kommt: Der Frauenmord in Winnenden

Was mich wundert, sind die falschen Meldungen, die auch von oberster Stelle verbreitet und unreflektiert übernommen werden. Es gab wohl weder die Ankündigung des Vorhabens im Internet, und auch der Schuldirektor warnte die Schüler und Lehrer nicht mit den Worten "Frau Koma kommt".

Dienstag, 3. März 2009

Das neue myON-ID: Halb Xing und ein Viertel FriendFeed

"Das Münchener Startup myON-ID relauncht sein Tool zum Reputationsmanagement. Die Kombination aus Monitoring, geschäftlichem Netzwerk sowie Lifestreaming gefällt." weiterlesen

Quelle: http://netzwertig.com

Na, das finde ich nun gar nicht. Ich bin fast von Anfang an dabei. Bei der älteren Version war es zwar ziemlich mühselig, die Treffer zu sortieren, aber immerhin ging es. Bei der neuen Version sind jede Menge Einträge weg, obwohl versprochen wird, dass sie übernommen worden sind. Außerdem finden sie ziemlich wenig. jmw

MicroPlaza: Spannender Link-Aggregator* für das Social Web

"MicroPlaza, ein neuer Dienst aus Belgien, aggregiert und listet von den eigenen Twitter-Kontakten sowie von der Social-Web-Community verbreitete Links. Das ist nicht nur praktisch, sondern könnte sich zukünftig als essentiell erweisen." weiterlesen

Quelle: http://netzwertig.com

*für Laien wie mich: was ein Aggregtor ist, erfahren Sie hier

Reputation Management: Die Weißwäscher kommen

von Klaus Jarchow

"Überwachen, Kontrollieren, Regulieren: Reputation Management verspricht Maßnahmen gegen unliebsame Inhalte im Web 2.0 – wenn das nur so einfach wäre.

“Revolvermänner” nennt sich unmissverständlich eine Essener Agentur für ‘Reputation Management’, die im Auftrag von Privatpersonen und bedrohten Firmen ein schnelles und “permanentes Controlling im Internet” durchsetzen will. Manches klingt in meinen Ohren allerdings wie ein Werbetext von ‘Moskau Inkasso’, verfasst also von jenen unmissverständlich freundlichen, wohlgebauten Herren mit den Blumenkohlohren und der gewissen Beule unter der Achsel: “Im Fall einer Schädigung Ihrer Online Reputation haben wir für jede erdenkliche Situationen einen praxiserprobten Maßnahmenkatalog, der schnell und effektiv greift“. So werben Revolvermänner des Netzverkehrs heutzutage für sich." weiterlesen

Quelle: http://medienlese.com/