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Freitag, 1. Oktober 2010

Zitat des Tages

 Was für ein schönes Zitat:

"Wer Gedichte veröffentlicht, wirft ein Rosenblatt in den Grand Canyon und wartet auf das Echo."

Donald Robert Perry Marquis

Freitag, 4. Dezember 2009

Zitat des Tages

Bezeichnest du die Malerei als stumme Dichtung, so kann der Maler erst recht die Dichtung als blinde Malerei bezeichnen.

Leonardo da Vinci

Zitat des Tages

Bezeichnest du die Malerei als stumme Dichtung, so kann der Maler erst recht die Dichtung als blinde Malerei bezeichnen.

Leonardo da Vinci

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Zitat des Tages

Prosa kann Abend und Mondlicht malen, aber die Morgendämmerung zu besingen, bedarf es der Dichter.

George Meredith

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Zitat des Tages

Nach der Lektüre eines Gedichtes sagte Herr K: „Die Kandidaten für öffentliche Ämter durften in Rom, wenn sie auf dem Forum auftraten, keine Gewänder mit Taschen tragen, damit sie keine Bestechungsgelder nehmen konnten. So sollten die Lyriker keine langen Ärmel tragen, damit sie keine Verse aus ihnen schütteln können.“

Bertolt Brecht

Montag, 19. Oktober 2009

Zitat des Tages

Edle Lyrik ist das beste Heilmittel gegen die nüchterne Unrast jeder Zeit. Aber homöopathisch muss sie verabreicht werden.

Rilke

Sonntag, 4. Oktober 2009

Zitat des Tages

Die Leute, die den Reim für das wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsen-Käufer von hinten.

Lichtenberg

Dienstag, 4. August 2009

Zitat des Tages

Für den Dichter besteht die Lebenskunst darin, etwas zu sagen, auch wenn man nichts zu sagen hat.

Henry David Thoreau

Mein Lieblingszitat von Thoreau finden Sie hier

Sonntag, 12. April 2009

Ostergedicht

Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
"Glockenklingen" sich auf "Lenzesschwingen"
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, –––
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen –––
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

Joachim Ringelnatz

(In Allerdings: Gedichte. Rowohlt 1928, S. 45)

Mittwoch, 8. April 2009

Montag, 19. Januar 2009

Zitat des Tages

Poesie wie Brot? Dieses Brot müsste zwischen den Zähnen knirschen und den Hunger wiedererwecken, ehe es ihn stillt. Und diese Poesie wird scharf von Sehnsucht sein müssen, um an den Schlaf der Menschen rühren zu können. Wir schlafen ja, sind Schläfer, aus Furcht, uns und unsere Welt wahrnehmen zu müssen.

Ingeborg Bachmann

Dienstag, 21. Oktober 2008

Gedicht der Woche

An mich

Wenn dir ein Schaden am Leibe frißt,
Jammre nicht, sondern handle;
Und wenn du glücklich gewesen bist,
Nimm dein Bett und wandle.
Ärgert dein Aug dich,
so reiß es aus,
Sonst ärgert es dich an beiden;
Und keift dir ein schlimmes Weib zu Haus,
So geh und lasse dich scheiden.
Und wird dir das Beten und Fasten zu dumm,
Richte, schlichte, verzichte;
Und haranguiere das Publikum
Nicht erst durch Weltschmerzgedichte.

Frank Wedekind

Freitag, 17. Oktober 2008

Noch ein Gedicht der Woche

An mich

Wenn dir ein Schaden am Leibe frißt,
Jammre nicht, sondern handle;
Und wenn du glücklich gewesen bist,
Nimm dein Bett und wandle.

Ärgert dein Aug dich, so reiß es aus,
Sonst ärgert es dich an beiden;
Und keift dir ein schlimmes Weib zu Haus,
So geh und lasse dich scheiden.

Und wird dir das Beten und Fasten zu dumm,
Richte, schlichte, verzichte;
Und haranguiere das Publikum
Nicht erst durch Weltschmerzgedichte.

Frank Wedekind

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Gedicht der Woche

Der alte Dichter und der junge Kritikus

Ein Jüngling stritt mit einem Alten
Sehr lebhaft über ein Gedicht.
Der Alte hielt's für schön; der Jüngling aber nicht,
Und hatte recht, es nicht für schön zu halten.
Er wies dem Alten Schritt für Schritt
Hier bald das Matte, dort das Leere
Und dachte nicht, daß der, mit dem er stritt,
Der Autor des Gedichtes wäre.

"Wie", sprach der Alte ganz erhitzt,
"Sie tadeln Ausdruck und Gedanken?
Mein Herr, Sie sind zu jung, mit einem Mann zu zanken,
Den Fleiß, Geschmack und Alter schützt.
Da man Sie noch im Arm getragen,
Hab' ich der Kunst schon nachgedacht.
Und kurz: was würden Sie wohl sagen,
Wenn ich die Verse selbst gemacht?"

"Ich", sprach er, "würde, weil Sie fragen,
Ich würde ganz gelassen sagen,
Daß man, Geschmack und Dichtkunst zu entweihn,
Oft nichts mehr braucht, als alt und stolz zu sein."

Christian Fürchtegott Gellert