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Mittwoch, 7. November 2012

Zitat des Tages: Sören Kierkegaard über das Bücherschreiben

Als ich sehr jung war, konnte ich nicht verstehen, wie man es anstelle, ein Buch zu schreiben. Das verstehe ich jetzt sehr gut, hingegen kann ich jetzt nicht begreifen, wie jemand wünschen kann, es zu tun.

Auch:

Als ich sehr jung war, konnte ich nicht verstehen, wie man sich beim Schreiben eines Buches anzustellen hat. Das verstehe ich mittlerweile sehr gut, jetzt kann ich hingegen nicht begreifen, warum dies überhaupt irgendwer tun mag.
(Deutsche Søren Kierkegaards Edition: Journale und Aufzeichnungen. Gruyter 2008, S. 164)

Sören Kierkegaard, Die Tagebücher. Diederich 1968, S. 291f.


Montag, 5. November 2012

Zitat des Tages: Oscar Wilde über das Reisen mit einem Tagebuch

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Spannendes zu lesen haben.  

I never travel without my diary. One should always have something sensational to read in the train.
(The Importance of Being Earnest, 1895/2008, S. 65)  

Oscar Wilde

 (In Bunbury oder Ernst muß man sein, 1977, S. 69)

Samstag, 3. November 2012

Zitat des Tages: Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse

Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse.

Le langage est source de malentendus.

Language is the source of misunderstandings.

Antoine de Saint-Exupéry

(In Der kleine Prinz (Le Petit Prince, The Little Prince). Rauch 1950, S.69; zitiert nach http://en.wikiquote.org/wiki/The_Little_Prince)

Donnerstag, 1. November 2012

Brentano Gesellschaft Frankfurt mbH zu Schmerzensgeld verurteilt

Das Landgericht Düsseldorf verurteilte die Brentano Gesellschaft Frankfurt mbH zu einem Schmerzensgeld wegen „schwerwiegenden“ und „absichtlich rücksichtlosen“ Diffamierens. Das OLG Düsseldorf bestätigte dieses Urteil.

Mehr dazu siehe http://www.bvja-online.de/ und „Fairlag: Ein Bericht zu zwei juristischen Fällen in Deutschland“ http://tinyurl.com/dyh6cuu

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann …

Ein unter Autoren äußerst beliebtes Zitat von Antoine de Saint-Exupéry lautet:

Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann.

Nur hat er es so nicht gesagt, sondern von Maschinen gesprochen. Richtig heißt das Zitat:
Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Il semble que la perfection soit atteinte non quand il n'y a plus rien à ajouter, mais quand il n'y a plus rien à retrancher.

Perfection is not when there is no more to add, but no more to take away.
(Aus Wind, Sand und Sterne (Terre des Hommes). Rauch 1957, S. 60)

Und der ganze Text lautet:
Es scheint, dass alle Arbeit der Ingenieure, Zeichner und Rechner in den Laboratorien nur den Sinn hat, hier eine Verbindung zu vereinfachen, dort ein Flügel anzupassen, bis man überhaupt nicht mehr merkt, dass da ein Flügel an einen Rumpf montiert ist, sondern nur gewahr wird, dass etwas Neues vor uns steht: eine vollkommen entwickelte Form, frei von allen Schlacken, ein gewachsenes Ganzes, das ebenso geheimnisvoll gebunden ist wie eine Dichtung. Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann. Die Maschine in ihrer höchsten Vollendung wird unauffällig.

Il semble que le travail des ingénieurs, des dessinateurs, des calculateurs du bureau d’études ne soit ainsi en apparence, que de polir et d’effacer, d’alléger ce raccord, d’équilibrer cette aile, jusqu’à ce qu’on ne la remarque plus, jusqu’à ce qu’il n’y ait plus une aile accrochée à un fuselage, mais une forme parfaitement épanouie, enfin dégagée de sa gangue, une sorte d’ensemble spontané, mystérieusement lié, et de la même qualité que celle du poème. Il semble que la perfection soit atteinte non quand il n’y a plus rien à ajouter, mais quand il n’y a plus rien à retrancher. Au terme de son évolution, la machine se dissimule.
(Zitiert nach http://agora.qc.ca/Dossiers/machine)

Sonntag, 9. September 2012

Gedicht der Woche: Wer vom Ziel nicht weiss

Wer vom Ziel nicht weiss,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all sein Leben traben
Kommt am Ende hin,
wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn
nur noch mehr zerstückt.

Wer vom Ziel nichts kennt,
kann's doch heut erfahren,
wenns nur recht ihn brennt*
nach dem Göttlich-Wahren,
wenn in Eitelkeit
er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit
nicht bis oben trunken.

Denn zu fragen ist
nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist,
will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann,
wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann
siebenfacher Schleier.


*auch "wenn es ihn nur brennt"

Christian Morgenstern (nach dem Faksimile)

Freitag, 7. September 2012

(Böser) Spruch der Woche von Kurt Tucholsky

Berichtigung

Die Oberste Heeresleitung gibt bekannt, daß sie von dem angeblich in den Jahren 1914 bis 1918 geführten Kriege erst aus den Morgenzeitungen erfahren hat.

(In Ulk, Wochenbeilage zum Berliner Tageblatt, 48 (1919), S. 114 http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ulk1919/114)

Donnerstag, 6. September 2012

Gedicht der Woche: Im Bade von Theobald Tiger

Im Bade

Die Welle bricht sich. Kann mans ihr verdenken?
Es taucht ins Meer ein feister Menschensack:
die Glieder badet dort, die ungelenken,
Frau Zademack.

Im Bademantel tritt mit hastigen, schnellen
Bewegungen Herr Baccer aus der Tür.
Neptun persönlich aus den tieffsten Wellen
sagt: „Ab dafür!“

Es rollt sich an das arme Seegestade
Lu Lora, mit ’nem ganzen kleinen Stich.
Und der Verehrer Chor spricht: „Schade, schade!
Heut filmt se nich!“

Es rudert wie beim Sprechen mit den Händen
Herr Moppelmann am deutschen Ostseekap.
Er denkt beim Wogenspiel an Dividenden:
Mal auf – mal ab!

Und der ist da und die. Von der Regierung
schwimmt dort ein Mann – pomadig, faul und schlapp …
Man bricht sich auch im Bade die Verzierung
nur ungern ab.

Und die ist da und der – in vollen Rudeln – –
O lieber Gott! willst du mal freundlich sein?
Dann laß mich schwimmen in den blauen Strudeln
allein, allein –!

Theobald Tiger (Kurt Tucholsky)

(In Ulk, Wochenbeilage zum Berliner Tageblatt, 48 (1919), S. 114 http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ulk1919/114)

Mittwoch, 5. September 2012

Allen Geburtstagskindern, wo immer sie auch leben … (Glückwünsche in 210 Sprachen bzw. Dialekten)

… AFRIKAANS: Veels geluk met jou verjaarsdag! oder Gelukkige verjaarsdag!
ÄGYPTISCH: Kull sana wa inta tayyib! / Kull sana wa inti tayyiba! (männlich/weiblich)
ALBANISCH: Urime ditëlindjen! oder Gëzuar ditëlindjen!
ALEUTISCH: Raazdinyaam Ugutaa!
AMHARISCH (Äthiopien): Melkam lidet [melekame lidete]!
ARABISCH: Eid milaad saeed! oder Kull sana wa inta tayeb! / Kull am wa inta bihair (männlich/weiblich)
ARMENISCH: Taredartzet shnorhavor! oder Tsenunde shnorhavor!
AROMÄISCH (Mazedonien): Ti multsã-anji! oder Uràri cu-ucazea-a dzuùãljei di-aflari!
ARPITANISCH (Frankreich, Schweiz, Italien): Bon anniverséro!
ASERBAIDSCHANISCH: Ad gununuz mubarek! – für Menschen, die jünger sind / Ad gunun mubarek! – für Menschen, die älter sind
ASSYRISCH: Eida D’moladukh Hawee Brikha!
AYMARAISCH (Bolivien, Peru, Chile): Suma Urupnaya Cchuru Uromankja!
BADISCH (Deutschland): Allis Guedi zu dim Fescht!
BAMBARAISCH (Mali): I ni san kura!
BASKISCH (Spanien): Zorionak zure urtebetetze egunean!
BAYRISCH (Deutschland): Ois Guade zu deim Geburdstog!
BELAUANISCH (Mikronesien): Ungil el cherellem!
BENGALISCH (Bangladesch, Indien): Shuvo Jonmodin! oder Subho janmadin!
BERLINERISCH (Deutschland): Allet Jute ooch zum Jeburtstach! oder Ick wünsch da allet Jute zum Jeburtstach!
BERNDEUTSCH (Schweiz): Es Muentschi zum Geburri!
BICOLISCH (Philippinen): Maogmang Pagkamundag!
BISLAMISCH (Neukaledonien): Yumi selebretem de blong bon blong yu! oder Hapi betde!
BOSNISCH: Sretan rođendan!
BRASILIANISCH: Parabéns a você!, Parabéns a você, nesta data querida muitas felicidades e muitos anos de vida!, Parabéns pelo seu aniversario!, Parabéns você! oder Parabéns e muitas felicidades!
BRETONISCH (Frankreich): Deiz-ha-bloaz laouen deoc’h!
BULGARISCH: Честит рожден ден (Čestit rožden den)!
BURMESISCH: Mwe nay mingalar pa!
CAMPIDANESISCH (Sardinien/Italien): Bonus annus!
CEBUANISCH (Philippinen): Maayong pagsaulog sa adlaw nga natawh!
CHAMORRISCH (Guam): Biba Kumplischos!
CHEROKEESISCH: Ulihelisdi udetiyisgv!
CHINESISCH-FUZHOU: San ni kuai lo!
CHINESISCH-HAKKA: 生日快樂 (Sang niyt khwài lók)!
CHINESISCH-HOKKIEN 生日快樂 (Sen-jít khoài-lók)!
CHINESISCH-KANTONESISCH: 生日快樂 (Sun yat fai lók)!
CHINESISCH-MANDARIN: 生日快樂 (Shēngrì kuàilè)!
CHINESISCH-PINYIN (vereinfacht): 生日快乐 (Shēngrì kuàilè)! CHINESISCH-SHANGHAIISCH: 生日快乐 (Sinni kualoq)!
CHINESISCH-TIOCIU: Se Jit khuai lak!
DÄNISCH: Tillykke med fødselsdagen!
DEUTSCH: Alles Gute zum Geburtstag! oder Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! (formal)
DEUTSCH-CAMELOTTISCH: Ewllews Gewtew zewm Gewbewrtstewg. Mew!
DIVEHISCH (Malediven): Ufaaveri ufandhuvaheh!
DUALAISCH (Kamerun): Buña bwa yabè ba bwam!
ELSÄSSISCH (Frankreich): Gléklicka gebùrtstag!, Viel gleck zuem geburtsdeuh! oder Gueter geburtsdaa!
ENGLISCH: Happy Birthday!
ESPERANTO: Felicxan naskigxtagon! oder Feliæan naskiøtagon!
ESTNISCH: Palju õnne sünnipäevaks!
FÄRÖISCH: Tillukku við føðingardegnum!
FARSISCH (Persien): Tavallodet mobârak!
FILIPINISCH (Philippinen): Maligayang kaarawan sa iyo!
FINNISCH: Hyvää syntymäpäivää!
FLÄMISCH: Gelukkige verjaardag! oder Gefeliciteerd met je verjaardag!
FRÄNKISCH (Deutschland): Allmecht! Iischh wuensch dir aan guuadn Gebuardsdooch!
FRANZÖSISCH: Joyeux Anniversaire!
FRIESISCH: Lokwinske jierdei!, Lokwinske mei dyn jierdei! oder Fan herte lokwinske!
FURLANISCH (auch FRIAULISCH) (Italien): Bon complean!
GÄLISCH (Irland): L‡ breithe mhaith agat!, Co’ latha breith sona dhut!, Breithlá shona dhuit! oder Lá breithe shona dhuit!
GÄLISCH (Schottland): Co’ latha breith sona dhuibh! oder Co’ latha breith sona dhut!
GALIZISCH (Spanien): Ledicia no teu cumpreanos! oder Feliz cumpreaños!
GEORGISCH: Gilotcav dabadebis dges!
GRIECHISCH: χρoνια πoλλα για τα γενεθλια σoυ (Eytyxismena Genethlia)!, Chrónia Pollá ja ta jenethlia ssu! oder Chronia Pola na ta ekatostisis!
GRÖNLÄNDISCH: Inuuinni pilluarit!
GUARANISCH (Pakistan): Vy-Apave nde arambotýre! oder Rogüerohory nde arambotýre!
GUJARATISCH (Indien): Janma Divas Mubarak!
GUJARATISCH (Pakistan): Saal Mubarak!
HAITISCH: Jwayé zanivèsè! oder Bon anivèsè!
HAWAIIANISCH: Hau’ oli la hanau!
HEBRÄISCH: Yom huledet same’ach!
HILIGAYNONISCH (Philippinen): Masadya gid nga adlaw sa imo pagkatawo!
HINDISCH (Indien): Janamdin mubarak hõ!, Janam Din ki badhai! oder Janam Din ki shubkamnaayein!
IDO (Künstliche Weltsprache): Felica nasko-dio!
INDONESISCH: Selamat olang tahun!
INTERLINGUA (Welthilfssprache): Felice anniversario!
ISLÄNDISCH: Til hamingju með afmælið!
ITALIENISCH: Buon compleanno!
ITALIENISCH-ROMAGNA: At faz tent avguri ad bon cumplean!
JAPANISCH: お誕生日おめでとうございます (Otanjōbi omedetō gozaimasu)!
JAVANISCH (Indonesien): Slamet Ulang Taunmoe!
JÈRRIAIS (Kanalinseln (Jersey)): Bouôn annivèrsaithe!
JIDDISCH: A freilekhn gebortstog!, A freylakhn geburtstog! oder Mazl-tov tsu dayn geburtstog!
KABYLIANISCH (Berbersprache): Amulli ameggaz!
KAMBODSCHANISCH (Khmer): Som owie nek mein aryouk yrinyu! oder Kblat chikan!
KANNADAISCH (Indien): Huttida Habba Subashayagalu!
KAPAMPANGISCH (Philippinen): Mayap a Kebaitan!
KASACHISCH: Tughan kuninmen!
KASCHMIRISCH (Indien): Voharvod Mubarak Chuy!
KATALANISCH (Spanien): Per molts anys!, Bon aniversari! oder Moltes felicitats!
KINYARWANDISCH (Ruanda): Isabukuru nziza!
KIRGISISCH: Tulgan kunum menen!
KIRUNDISCH (Burundi): Sabukuri nziza! oder Umunsi mukuru mwiza!
KISUAHELI (Ostafrika): Hongera!, Heri ya siku kuu!, Kumbukumbu njema! oder Pongezi kwa siku ya kuzaliwa!
KLINGONISCH: Quchjaj qoSlIj! oder GoSlIj datIvjaj!
KOREANISCH: 생일축하합니다 (Saengil chukha hamnida)!
KORNISCH (Cornwall/England): Penn-bloedh Lowen! oder Pedn bluth looan tha whye!
KORSISCH (Frankreich): Felice anniversariu!
KROATISCH: Sretan rođendan!
KURDISCH (Irak): Rojbun a te piroz be!
LAOTISCH: Souksaan van kheud!
LATEINISCH: Fortuna dies natalis!, Felix dies natalis! oder Felix sit natalis dies!
LETTISCH: Apsveicu dzimšanas dienā!
LIECHTENSTEINISCH: Haerzlischhe Glueckwuensche zum Geburtstag!
LIGURISCH (Italien): Bón conpleànno!
LIMBURGISCH (Niederlande): Proficiat!, Perfisia! oder Gelökkige verjaordaag!
LINGALISCH (Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo): Mbotama elamu!
LIPEN SØERJEHN (Scriptsprache): Festoy Nensktag!
LITAUISCH: Geriausi linkejimaigimtadienio progal!, Sveikinu su gimtadieniu! oder Geriausi linkejimaigimtadienio progal!
LOGUDORESISCH (Sardinien/Italien): Achent’annos! oder Bonos annos!
LOJBAN (Plansprache): terjbe-ui!
LUGANDISCH (Uganda): Nkwagaliza amazalibwa go amalungi!
LUXEMBURGISCH: Vill Gleck fir daei Geburtsdaag! oder E schéine Gebuertsdag!
MADAGASSISCH (Madagaska): Arahabaina tratry ny tsingerinandro naterahanao! oder Manaova tsingerinandro naterahana finaritra!
MALAIISCH: Selamat hari jadi! oder Selamat hari lahir!
MALAYALAMISCH (Südindien): Pirannal Aasamsakal! oder Janma Dina Ashamsakal!
MALTESISCH: Nifrahlek ghal gheluq sninek! oder Xewqat sbieħ għal għeluq sninek!
MANX-GÄLISCH (Isle of Man): Laa-ruggyree sonney dhyt!
MAORISCH: Rāwhānau koa! oder Kia huritau ki a koe!
MARATHISCH (Indien): Wadhdiwasachya shubhechha!
MAURITISCH (MORISYEN): Mo swet u en bonlaniverser!
MAZEDONISCH: Sreken roden den!
MBULISCH (Papua Neu Guinea): Leleng ambai pa mbeng ku taipet i!
MONGOLISCH: Tєрсєн єдрийн баяр хvргэе (Tersen edriin bayar hurgeye)!
MORÉ (Burkina-Faso): Ne y taabo!
MORSE-ALPHABET: .... .- .--. .--. -.-- -... .. .-. - .... -.. .- -.-- = Happy Birthday!
MOSELFRÄNKISCH (Deutschland): Haezzlische Glischkwunsch zem Gebordsdach!
NAVAJOISCH: Bil hoozho bi’dizhchi-neeji’ ’aneilkaah!
NEPALESISCH: Janma dhin ko Subha kamana!
NGOUMBA (auch KWASIO) (Kamerun, Äquatorialguinea): Kundah bial dohli!
NEDDERSASSISCH (Das alte Land/Deutschland): Efeliciteer mit ju verjaardag! oder Ick gratuleer di scheun!
NIEDERLÄNDISCH: Hartelijk gefeliciteerd!, Van harte gefeliciteerd met je verjaardag!, Gefeliciteerd met je verjaardag!, Gelukkige verjaardag! oder Fijne verjaardag!
NIEDERLÄNDISCH-ANTWERPISCH: Ne gelukkege verjoardach!
NIEDERLÄNDISCH-BILZERS: Ne geleukkege verjoardoag!
NIEDERLÄNDISCH-DRENTS: Fellisiteert!
NIEDERLÄNDISCH-FLÄMISCH: Gelukkige verjaardag! oder Prettige verjaardag!
NIEDERLÄNDISCH-GRONINGS: Fielsteerd mit joen verjoardag!
NIEDERLÄNDISCH-SPOUWERS: Ne geleukkege verjeurdoag!
NIEDERLÄNDISCH-TWENTS: Gefeliciteard met oen’n verjoardag!
NORWEGISCH: Gratulerer med dagen! oder Gratulerer med fødselsdagen!
OKZITANISCH (Südfrankreich, Randgebiete Spaniens und Italiens): Bon aniversari!
ORIYA (Ostindien): Janmadina Abhinandan!
PAPIAMENTISCH (Niederländische Antillen): Masha Pabien I hopi aña mas! oder Felis kumpleanjo!
PASCHTUNISCH (Afganistan): Padayisch rawaz day unbaraksha! oder Kkaleza mo mubarak sha!
PIEMONTESISCH (Italien): Bun Cumpleani!
PLATTDÜÜTSCH: Ick wuensch di allns Gode ton Geburtsdach!
POLNISCH: Wszystkiego najlepszego!, Wszystkiego najlepszego zokazji urodzin! oder Wszystkiego najlepszego z okazji urodzin!
PORTUGIESISCH: Feliz Aniversario! oder Parabens!
PUNJABISCH (Indien, Pakistan): Janam din diyan wadhayian!
QUÉBECER FRANZÖSISCH (Kanada): Joyeux anniversaire!, Bon anniversaire! oder Bonne fête!
RAJASTHANISCH (Indien, Pakistan): Janam ghaanth ri badhai, khoob jeeyo!
RHEINHESSISCH (Deutschland): Ich gratelier dir aach zum Geburtstag!
ROMANINISCH (Roma und Sinti): Baxtalo rodźendano!
ROSARINO BÁSICO (Argentinien): Feneligiz Cunumplegeanagonos!
RUHRDEUTSCH: Allet Gute zum Gebuatstach!
RUMÄNISCH: La multi ani!
RUSSISCH: С днем рождения (S dniom roždenija)!
SAARLÄNDISCH (Deutschland): Alles Gudde for dei Gebordsdaach!
SABETHIR (Sprache für eine fiktive Welt): Erathie’hyavras!
SÄCHSISCH (Deutschland): Herzlischen Gliggwunsch zum Geburdsdaach!
SAMISCH (Lappland): Lihkos Riegadanbeaivvis!
SAMOISCH: Manuia lou aso fanau [ia manuia le aso fanau]!
SANSKRIT (Indien): Ravihi janmadinam aacharati!
SCHWÄBISCH (Deutschland): Aelles Guade zom Gebordzdag!
SCHWEDISCH: Grattis på födelsedagen!
SCHWYZERDUETSCH: Vill Glück zum Geburri! oder Vöu Glöck zom Gebortstag!
SERBISCH: Срећан рођендан (Srećan rođendan)!
SESOTHISCH (Südafrika): Letsatsi le monate la tsoalo!
SHIMAORISCH (Madagaskar, Kormonen): Mwaha mwema wa baraka!
SHONISCH (Simbabwe, Mosambik): Bavudei rakanaka!
SINDARIN (Grau-Elbisch): Nostor veren!
SINDHISCH (Indien, Pakistan): Junam dhin joon wadhayoon!
SINGHALESISCH (Sri Lanka): Suba Upan dinayak vewa!
SLOWAKISCH: Všetko najlepšie k narodeninám! oder Veselé narodeniny!
SLOWENISCH: Vse najboljše za rojstni dan!
SOBOTISCH (Polen, Slowakei, Slowenien, Sorben, Tschechien): Dobro letobra!
SOMALISCH: Dhalasho wacan!
SONINKE (Westafrika, Sahel): An do siina kurumba!
SOTHO (Lesotho/Südafrika): Masego motsatsing la psalo!
SPANISCH: ¡feliz cumpleaños!
SUNDANESISCH: Wilujeng Tepang Taun!
SURINAMESISCH: Mi fresteri ju!
SYRISCH: Tahnyotho! oder Brigo!
TAGALOGISCH (Philippinen): Maligayang Bati Sa Iyong Kaarawán!
TAHITISCH: Ia ora te mahana fanaura’a!
TAIWANESISCH: San leaz quiet lo!
TAMILISCH (Südindien): Piranda naal vaazhthukkal! oder Pirrannetha-nale vazhthigale!
TATARISCH: Tugan konen belen!
TELUGISCH (Südostindien): Janmadina subha kankshalu! oder Puttina roju shubakanksalu!
THAILÄNDISCH: Sook sun wan gerd!
TIBETISCH: Droonkher tashi delek! oder Kyekar nyin tashi delek!
TSCHECHISCH: Všechno nejlepší k narozeninám!
TSCHETSCHENISCH: Deeqhal xyyl vinde!
TSHILUBA (Demokratische Republik Kongo): Diledibua dilenga!
TULUISCH (Indien): Putudina dina saukhya!
TÜRKISCH: Dogum gunun kutlu olsun!, Nice yillara! oder Lyiki dogdun!
UDMURTISCH (Kasachstan, Russland): Vordiśkem nunalenyd!
UKRAINISCH: Многая Літа (Mnohaja Lita) = Lang soll er leben! oder З днем народження (Z dnem narodžennia)!
UNGARISCH: Boldog születésnapot! oder Boldog születésnapot kívánok!
URDISCH (Indien): سالگِرہ مبارک (Janam din mubarak)!
URDUISCH (Pakistan): Saalgirah mubarak!
USBEKISCH: Tug’ilgan kuningiz bilan! oder Tug’ilgan kuningiz muborak bo’lsin!
VIETNAMESISCH: Chuc mung sinh nhat!
VISAYANISCH (Philippinen): Malipayong adlaw nga natawhan!
VOLAPÜK (Welthilfssprache): Motöfadeli yofik!
VORARLBERGER MUNDART (Schweiz): Alls Guete zum Geburtstag!
WALISISCH: Penblwydd Hapus i Chi!
WALLONISCH (Belgien): Betchfessîs Djoyeus aniversaire! oder Bon aniversa!
WEISSRUSSISCH (BELARUSSISCH): З днём нараджэння (Z dniom naradžennia)!
WEST-INDISCH (Karibik): Bon anivèsè!
WIENERISCH (Österreich): Ois guade winsch i dia zum Gbuadsdog!
XHOSAISCH (Südafrika): Imini emandi kuwe! oder Ube nemini yokuzalwa emnandi!
YORUBAISCH (Nigeria): Eku Ojobi! oder Ajodun ayo fun e!
ZULUISCH (Südafrika): Ilanga elimndandi kuwe! oder Usuku lokuzalwa olumnandi!


Mittwoch, 29. August 2012

Kurt Tucholsky über das, was er liebt und hasst

Kurt Tucholsky
(Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser)

haßt:                                                                            liebt:
das Militär                                                                     Knut Hamsun
die Vereinsmeierei                                                          jeden tapfern Friedenssoldaten
Rosenkohl                                                                      schön gespitzte Bleistifte
den Mann, der immer in der Bahn die Zeitung mitliest           Kampf
Lärm und Geräusch                                                         die Haarfarbe der Frau, die er gerade liebt
»Deutschland«                                                                Deutschland

Kurt Tucholsky, Vossische Zeitung; Sonntags-Ausgabe: Zeitbilder Nr. 1, 1. 1. 1928, S. 2 (zitiert nach http://gutenberg.spiegel.de/buch/1193/79).

Leider ist gerade diese Beilage der Vossischen Zeitung nicht digitalisiert. Es lohnt sich aber trotzdem, mal in der Zeitung zu blättern: http://tinyurl.com/cqkmrb3

Dienstag, 28. August 2012

Heinrich von Kleist über Entdecker von Naturgesetzen

Man erzählt von Newton, es sei ihm, als er einst unter einer Allee von Fruchtbäumen spazieren ging, ein Apfel von einem Zweige vor die Füße gefallen. Wir beide würden bei dieser gleichgültigen und unbedeutenden Erscheinung nicht viel Interessantes gedacht haben. Er aber knüpfte an die Vorstellung der Kraft, welche den Apfel zur Erde trieb, eine Menge von folgenden Vorstellungen, bis er durch eine Reihe von Schlüssen zu dem Gesetze kam, nach welchem die Weltkörper sich schwebend in dem unendlichen Raume erhalten.

Galilei mußte zuweilen in die Kirche gehen. Da mochte ihm wohl das Geschwätz des Pfaffen auf der Kanzel ein wenig langweilig sein, und sein Auge fiel auf den Kronleuchter, der von der Berührung des Ansteckens noch in schwebender Bewegung war. Tausende von Menschen würden, wie das Kind, das die schwebende Bewegung der Wiege selbst fühlt, dabei vollends eingeschlafen sein. Ihm aber, dessen Geist immer schwanger war mit großen Gedanken, ging plötzlich ein Licht auf, und er erfand das Gesetz des Pendels, das in der Naturwissenschaft von der äußersten Wichtigkeit ist.

Es war, dünkt mich, Pilâtre, der einst aus seinem Zimmer den Rauch betrachtete, der aus einer Feueresse wirbelnd in die Höhe stieg. Das mochten wohl viele Menschen vor ihm auch gesehen haben. Sie ließen es aber dabei bewenden. Ihm aber fiel der Gedanke ein, ob der Rauch, der doch mit einer gewissen Kraft in die Höhe stieg, nicht auch fähig wäre, mit sich eine gewisse Last in die Höhe zu nehmen. Es versuchte es und ward der Erfinder der Luftschiffahrtskunst.

Colomb stand grade an der Küste von Portugal, als der Wind ein Stück Holz ans Ufer trieb. Ein andrer, an seiner Stelle, würde dies vielleicht nicht wahrgenommen haben und wir wüßten vielleicht noch nichts von Amerika. Er aber, der immer aufmerksam war auf die Natur, dachte, in der Gegend, von welcher das Holz herschwamm, müsse wohl ein Land liegen, weil das Meer keine Bäume trägt, und er ward der Entdecker des 4. Weltteiles.

In einer holländischen Grenzfestung saß seit langen Jahren ein Gefangener*. In dem Gefängnisse, glaubt man, lassen sich nicht viele interessante Betrachtungen anstellen. Ihm aber war jede Erscheinung merkwürdig. Er bemerkte eine gewisse Übereinstimmung in dem verschiedenen Bau der Spinngewebe mit der bevorstehenden Witterung, so daß er untrüglich das Wetter vorhersagen konnte. Dadurch ward er der Urheber einer höchst wichtigen Begebenheit. Denn als in dem französischen Kriege Holland unter Wasser gesetzt worden war, und Pichegru im Winter mit einem Heere über das Eis bis an diese Festung vordrang, und nun plötzlich Tauwetter einfiel und der französische Feldherr, seine Armee vor dem Wassertode zu retten, mit der größten Eilfertigkeit zurückzukehren befahl, da trat dieser Gefangene auf und ließ dem General sagen, er könne ruhig stehen bleiben, in 2 Tagen falle wieder Frost ein, er stehe mit seinem Kopfe für die Erfüllung seiner Prophezeiung - - und Holland ward erobert. -

Diese Beispiele mögen hinreichend sein, Dir, mein liebes Mädchen, zu zeigen, daß nichts in der ganzen Natur unbedeutend und gleichgültig und jede Erscheinung der Aufmerksamkeit eines denkenden Menschen würdig ist.

Heinrich von Kleist an seine Braut Wilhelmine von Zenge am 16. (und 18.) 11. (und Zusatz vom 30. 12.) 1800 http://www.kleist.org/briefe/028.htm


*Denis Bernard Quatremère-Disjonval (auch Quatremere-d'Isjonval). Er verfasste daraufhin die Schrift Neueste Entdeckungen über die Natur der Spinnen und vorzüglich über deren Verhältniß mit den Veränderungen in der Atmosphäre, in wie fern sie nämlich die Beschaffenheit der Witterung voraus anzeigen (De l'aranéologie. Ou sur la découverte du rapport constant entre l'apparition ou la disparition, le travail ou le repos)

Sonntag, 26. August 2012

Zitat des Tages: Oscar Wilde über die beiden Tragödien des Lebens. II

Es gibt in dieser Welt nur zwei Tragödien. Die eine ist, wenn man nicht bekommt, was man sich wünscht. Die andere ist, wenn man es bekommt. Die zweite ist zweifellos die schlechtere, die zweite ist eine wahre Tragödie!

In this world there are only two tragedies. One is not getting what one wants, and the other is getting it. The last is much the worst; the last is a real tragedy!
(http://www.online-literature.com/wilde/lady-windermeres-fan/3/)

Oscar Wilde, Der Fächer der Lady Windermere (Lady Windermere's Fan), 3. Akt http://gutenberg.spiegel.de/buch/1838/4

Zu Wildes anderen beiden Tragödien des Lebens siehe http://juttas-schreibblog.blogspot.de/2011/07/zitat-des-tages.html

Samstag, 18. August 2012

Jean Paul über seinen Ärger mit Vorreden

Es hat mich oft verdrüßlich gemacht, daß ich jeder Vorrede, die ich schreibe, ein Buch anhängen muß als Allonge eines Wechselbriefes, als Beilage sub litt. A–Z. Andern privatisierenden Gelehrten werden schon ganze Bücher fertig und lebendig aus der Wiege zugeschickt, und sie brauchen nichts daran zu hängen, als das goldene Stirnblatt der Vorrede, und nichts mehr an der Sonne zu machen, als die Aurora. Aber mich hat noch kein einziger Autor um eine Vorerinnerung ersucht, ob ich gleich schon seit einigen Jahren mehre Vorreden im Voraus verfasse und auf den Kauf ausarbeite, worin ich künftige Werke nach Vermögen erhebe. Ja, ein ganzes Münzkabinet von solchen Preismedaillen und Huldigungmünzen, die ich für fremde Verdienste mit den besten Rändelmaschinen ausprägte, steht mir immer vor Augen und läuft täglich höher an; daher schlag’ ich das Kabinet am Ende – es ist kaum anders zu machen – im Ganzen los, und gebe ein Buch voll bloßer präexistierender Vorreden – zu gedenklichen Werken – heraus.

Jean Paul

(Blumen-, Frucht-, und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs. In Jean Paul’s sämmtliche Werke. Reimer 1826, S. V f.)

Freitag, 17. August 2012

Gedicht der Woche: Wanderers Gemüthsruhe

Wanderers Gemüthsruhe

Über’s Niederträchtige
Niemand sich beklage;
Denn es ist das Mächtige,
Was man dir auch sage.

In dem Schlechten waltet es
Sich zum Hochgewinne;
Und mit Rechtem schaltet es
Ganz nach seinem Sinne.

Wandrer! – Gegen solche Noth
Wolltest du dich sträuben?
Wirbelwind und trocknen Koth
Laß sie drehn und stäuben.

Johann Wolfgang von Goethe

(In West-östlicher Divan. Cotta'sche Buchhandlung 1820, S. 89)

Donnerstag, 16. August 2012

bis ?: Mörderischer Rhein – ein Geschichtenwettbewerb

Unter dem Titel “Mörderischer Rhein” sind kriminelle Erzählungen von der Quelle bis zur Mündung des Rheins gefragt.
 
Der Rhein streift und durchquert als einer der größten Ströme Europas sechs Staaten (die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Frankreich und die Niederlande) und verbindet die Alpen und die Nordsee miteinander. Auf seinem Weg vom Ursprung bis zur Mündung gliedert sich der Strom in die großen Abschnitte Alpenrhein, Hochrhein, Oberrhein, Mittelrhein, Niederrhein und das verzweigte Rhein-Delta. Und nicht nur das: Rastlos und bisweilen ungestüm wälzt sich „Vater Rhein“ in seinem schlammigen Bett in Richtung Nordsee. Er befördert Lastschiffe und Ausflugsdampfer und manchmal auch leblose Körper. Doch auch an den Orten und in den Regionen entlang des Rheins lauern Mord und Totschlag. Schreiben Sie also einen Kurz-Krimi, der mit „Vater Rhein“ zu tun hat und der dem Leser Lust macht, Orte entlang des Rheins zu besuchen. Ihre Geschichte sollte unterhaltsam und spannend sein und die eine oder andere Sehenswürdigkeit bzw. ein Naturereignis beinhalten. Inspiration dazu finden Sie auf der Website http://rhein.jimdo.com/. Die Geschichte sollte frei erfunden sein, wobei die Anlehnung an reale Vorgänge, Personen und Lokationen, sofern die Rechte Dritter nicht verletzt werden, durchaus möglich ist. Die spannendsten Kurz-Krimis erscheinen in einer Anthologie des edition oberkassel Verlags.

Alle Informationen hier in dem PDF-Dokument oder noch mehr Informationen mit Video-Impressionen auf der Wettbewerbsseite im Internet: http://rhein.jimdo.com/

Quelle: http://www.editionoberkassel.de/2012/08/morderischer-rhein-ein-geschichtenwettbewerb/

Montag, 13. August 2012

Friedrich der Große über sein Verhältnis zu den Religionen

Ich bin gewissermaßen der Papst der Lutheraner und das kirchliche Haupt der Reformierten. Ich ernenne Prediger und fordere von ihnen nichts als Sittenreinheit und Versöhnlichkeit. Ich erteile Ehedispense und bin in diesem Punkte sehr nachsichtig, da die Ehe im Grunde nur ein bürgerlicher Vertrag ist, der gelöst werden kann, sobald beide Parteien damit einverstanden sind. Außer wenn es sich um Bruder und Schwester, Mutter und Sohn, Tochter und Vater handelt, erlaube ich nachsichtig, daß man sich nach Herzenslust heirate; denn diese Verbindungen stiften keinerlei Schaden.

Alle anderen christlichen Sekten werden in Preußen geduldet. Dem ersten, der einen Bürgerkrieg entzünden will, schließt man den Mund, und die Lehren der Neuerer werden der verdienten Lächerlichkeit preisgegeben. Ich bin neutral zwischen Rom und Genf. Will Rom sich an Genf vergreifen, so zieht es den kürzeren. Will Genf Rom unterdrücken, so wird Genf verdammt. Auf diese Weise kann ich dem religiösen Haß steuern, indem ich allen Parteien Mäßigung predige. Ich suche aber auch Einigkeit unter ihnen zu stiften, indem ich ihnen vorhalte, daß sie Mitbürger eines Staates sind und daß man einen Mann im roten Kleide ganz ebenso lieben kann wie einen, der ein graues Gewand trägt.

Ich suche gute Freundschaft mit dem Papst zu halten, um dadurch die Katholiken zu gewinnen und ihnen begreiflich zu machen, daß die Politik der Fürsten die gleiche bleibt, auch wenn die Religion, zu der sie sich bekennen, verschieden ist. Indessen rate ich der Nachwelt, dem römischen Klerus nicht zu trauen, ohne zuverlässige Beweise seiner Treue zu besitzen.

Friedrich II. König von Preußen

(Einnahmen. In Das politische Testament von 1752, S. 143)

Sonntag, 12. August 2012

Zitat des Tages: Friedrich der Große über die Besetzung von Finanzämtern

Zur Besetzung aller dieser Finanzämter sind mehr Ehrenmänner erforderlich, als der Staat gewöhnlich hervorbringt. Zu glauben, die Welt sei von Bösewichtern bevölkert, heißt denken wie ein Menschenfeind. Sich einbilden, alle zweibeinigen Wesen ohne Federn seien Ehrenmänner, heißt sich wie ein Dummkopf täuschen. Ein Herrscher muß so viel Menschenkenntnis besitzen, um wenigstens an die Spitze der Provinzen ehrliche Männer zu stellen. Da ihre Zahl klein ist, so findet man sie leichter. Ich habe alte ausgediente Offiziere zu Präsidenten gemacht, und ich bin mit ihnen besser gefahren als mit den in der Beamtenlaufbahn Emporgekommenen.  (…)

Was das Generaldirektorium betrifft, so ist es besser, daß Leute von Verstand, wenn auch von zweifelhafter Redlichkeit, darin sitzen als dumme, aber ehrliche Leute. Sobald der Herrscher sie kennt, kann er sie im Zaum halten und sie zur Rechtschaffenheit zwingen. Sind sie aber einfältig, so kann er mit ihnen nichts anfangen. Auch das ist zu beachten, daß man die Ämter mit den richtigen Leuten besetzt und einen jeden nach seinen Talenten verwendet: den Kenner der Landwirtschaft für Pachtsachen, den Mann der Ordnung für die Einrichtung der großen Kassen, den Gewerbekundigen bei der Errichtung der Manufakturen usw.

Friedrich II. König von Preußen

(Einnahmen. In Das politische Testament von 1752, S. 126)

Freitag, 10. August 2012

Carpe Diem 카르페 디엠 (오늘을 즐기라!

(»Genieße den Tag«, »Nutze den Tag«, »Plücke den Tag«)

An die Leukonoe

Frag nicht (denn Wissen ist ein Frevel), welches Ende die Götter mir, welches sie dir, Leukonoe, zugedacht haben, und lass die Finger von babylonischer Astrologie! Wie viel besser doch, was immer sein mag, zu ertragen! Ob Jupiter noch viele Winter uns zugeteilt hat oder den letzten, der jetzt an entgegenstehenden Klippen das Tyrrhenische Meer bricht – lebe mit Verstand, kläre den Wein und beschränke ferne Hoffnung auf kurze Dauer! Noch während wir reden, ist die missgünstige Zeit schon entflohen: Nutze den Tag, und glaube so wenig wie möglich an den nächsten!*

Horaz, Ode 11

(Zitiert nach http://cafe.daum.net/germanistik/Dmjd/69?docid=Mj7dDmjd6920090519140203; weitere Links zu Übersetzungen siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Carpe_diem)

*auch »Genieße den Augenblick und verlaß dich so wenig wie möglich auf den folgenden« (http://members.aon.at/latein/Horaz1.htm)

Eine Übersetzung, die mir noch besser gefällt, aber mit den eher unüblichen Worten endet »Fröhlich pflücke das ›Heut‹, trau’ nicht auf das, was Dir ein ›Morgen‹ bringt« siehe Die Oden des Quintus Horatius Flaccus: Deutsch in Versmaße des Originals, 1866, S. 20)

Ad Leuconoen

Tu ne quaesieris – scire nefas – quem mihi, quem tibi
Finem di dederint, Leuconoe, nec Babylonios
Tentaris numeros. Ut melius, quidquid erit, pati:
Seu pluris hiemes seu tribuit Iuppiter ultimam,
Quae nunc oppositis debilitat pumicibus mare
Tyrrhenum! Sapias, vina liques, et spatio brevi
Spem longam reseces. Dum loquimur, fugerit invida
Aetas: carpe diem quam minimum credula postero.


(Carminum. Liber Primus XI. Aus: Des Q. Horatius Flaccus Sämmtliche Werke: für den Schulgebrauch erklärt, 1868,  S. 36f., mit einer ausführlichen Erläuterung des Textes und vielen handschriftlichen Notizen, die ein unbekannter Schüler in dem Buch gemacht hat)

Hübsch ist die Anmerkung des Herausgebers C. W. Nauck dazu::
Lebensregel. Einer thöricht-gesinnten Schönen, die sich das Leben durch Zukunftssorgen verbittet, ruft der Dichter in freundlicher und gemüthlicher Weise sein Sapias zu: »Sei kein Närrchen, geniesse die Gegenwart«.
Leuconoë, don’t ask, we never know, what fate the gods grant us,
whether your fate or mine, don’t waste your time on Babylonian,
futile, calculations. How much better to suffer what happens,
whether Jupiter gives us more winters or this is the last one,
one debilitating the Tyrrhenian Sea on opposing cliffs.
Be wise, and mix the wine, since time is short: limit that far-reaching hope.
The envious moment is flying now, now, while we’re speaking:
Seize the day, place in the hours that come as little faith as you can.

(http://www.poetryintranslation.com/PITBR/Latin/HoraceOdesBkI.htm#_Toc39402017)

(Mehr zu Carpe diem siehe http://juttas-zitateblog.blogspot.de/2011/09/carpe-diem.html und zu Martin Opitz' Gedicht Carpe diem http://juttas-zitateblog.blogspot.de/2011/09/uber-martin-opitz-gedicht-carpe-diem.html . Zu Bewahre die Zeit! von Lucius Annaeus Seneca siehe http://juttas-schreibblog.blogspot.de/2010/10/seneca-uber-die-zeit.html)